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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Mai 2019

IKEA: Mobilitätsforum im Bürgerzentrum Südwerk

ANGEBOTE MACHEN: Die äußere Erschließung für IKEA zielt – wie hier in der Gerwigstraße – auch auf eine gute Erreichbarkeit per Fahrrad. Foto: Fränkle

ANGEBOTE MACHEN: Die äußere Erschließung für IKEA zielt – wie hier in der Gerwigstraße – auch auf eine gute Erreichbarkeit per Fahrrad. Foto: Fränkle

 

Angebote zugunsten der Verkehrswende ausprobieren

Für nachhaltige Mobilität muss der Rahmen stimmen: Vernetzte Infrastruktur, Service und eine Stadtentwicklung, die allgemein und im Speziellen in den Quartieren im Alltag die Verkehrswende einfach macht. Welche Puzzleteile können Politik, Unternehmen und jeder Einzelne beisteuern? Dieser Frage ging das IKEA-Mobilitätsforum nach.

IKEA hatte am Dienstag zum Dialog ins Bürgerzentrum Südwerk eingeladen. „Als Möbelunternehmen produzieren wir über die Liefer- und Transportkette selbst Verkehr“, so Johannes Ferber, IKEA-Expansionschef Deutschland. Und dieser Verkehr soll mit nachhaltigen, kreativen Konzepten zunehmend klimaneutral und einer lebenswerten Innenstadt förderlich sein. Auch in Karlsruhe, wo IKEA im Sommer 2020 öffnen soll. Als ein Gründungsmitglied von EV100, einer globalen Initiative zukunftsorientierter Unternehmen, möchte IKEA bis 2030 den Elektroverkehr zur Normalität machen, zeigte Christiane Scharnagl, IKEA-Nachhaltigkeitsmanagerin, einen Unternehmens-Weg auf.

Mit alternativen Lieferkonzepten in Hamburg-Altona habe man bereits erste Erfahrungen für ein innerstädtisches Möbelhaus gemacht. Nun geht IKEA in Karlsruhe an den Start. In einer Stadt, in der parteiübergreifend vor Jahrzehnten zwei kluge Grundsatzentscheidungen getroffen wurden, erinnerte Verkehrsminister Winfried Hermann: der regionale Ausbau des ÖPNV und die konsequente Radförderung. Beides habe einer Änderung des Nutzerverhaltens Früchte getragen.

Die Fahrrad- und Car-Sharing-Hauptstadt, die Stadt mit ihren vielen innovativen Köpfen, die Zukunftsmobilität erforschen und testen, die IKEA-Niederlassung mit Tram-Haltestelle direkt vor der Tür: eine ideale Plattform, um nachhaltige Verkehrskonzepte auszuprobieren, betonte Stadtplanungsamtsleiterin Prof. Anke Karmann-Woessner: „Wir möchten die Stadt sein, die für die Verkehrswende steht.“ Mit IKEA und weiteren Akteuren habe die Stadt ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Leihräder, Ladestationen, warum nicht auch Lieferkonzepte mit der Stadtbahn, Möbeltaxis, Fahrradkuriere? In Hamburg werden mit einem Rad-Kurierdienst per Elektroanhänger komplette Kleiderschrank-Systeme ausgeliefert, in Freiburg kann der per ÖPNV angereiste Kunde auf Elektrotransporter zurückgreifen.

Das Konzept muss zu den Vor-Ort-Gegebenheiten passen. „Wir sind offen, Dinge weiterzuentwickeln“, bekräftigte Ferber. „Ausprobieren und schauen, was passiert“: Das sei der richtige Weg, lobte der verkehrspolitische NABU-Referent Daniel Rieger. Ziel: weg von der Auto-Fokussierung und hin zur ressourcenschonenden, im besten Fall klimaneutralen Mobilität. Auch Minister Hermann, der mit landespolitischen Blitzlichtern zur nachhaltigen Mobilität und zum Klimaschutz erste Impulse in die Diskussion gegeben hatte, begrüßte IKEA-Kooperationen zugunsten der Verkehrswende. In Karlsruhe sei der Boden gut vorbereitet, „lasst uns daher mutig Angebote ausprobieren“, lautete der Apell von Martin Kagerbauer, Mobilitätsforscher am KIT. Die Digitalisierung könne dabei ein großer Antreiber sein. Denn sie könne die Verkehrswende, bequem, einfach und seviceorientiert machen, war sich die Runde, in die sich weitere Forums-Teilnehmer einklinkten, einig. -rie-

 
 

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