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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Mai 2019

Marktplatz: Auf Erdaushub folgt Granitschotter

NOCH BIS OKTOBER tüfteln die Arbeiter auf dem Marktplatz am ersten Bauabschnitt – 2020 soll alles fertiggestellt sein. Foto: Fränkle

NOCH BIS OKTOBER tüfteln die Arbeiter auf dem Marktplatz am ersten Bauabschnitt – 2020 soll alles fertiggestellt sein. Foto: Fränkle

 

Rund um die Pyramide gedeiht das neue Gesicht von Karlsruhes Wohnzimmer / Erster Bauabschnitt dauert bis Oktober / Marktplatz Ende 2020 neu gestaltet

Ein erstes gewaltiges Stück Erdaushub liegt hinter den Arbeitern, die seit April dem Marktplatz sein künftiges Aussehen geben: Rund um die Pyramide wurde auf etwa 3.000 Quadratmetern der vor zwei Jahren provisorisch eingebaute Asphalt entfernt und die Fläche auf eine Tiefe von 90 Zentimetern ausgehoben. Nun füllt sich das große, tiefe Loch bereits wieder.

Derzeit wird die Frostschutzschicht für den künftigen Oberflächenbelag aus Naturstein mit einer Stärke von etwa 20 Zentimetern eingebaut. Anschließend werden die Gräben für die Leitungen zur Versorgung mit Wasser und Elektrizität sowie die Abwasserrohre ausgehoben. Dies fixiert die Leitungen und schützt sie zugleich vor den Baufahrzeugen.

Sind erst einmal die Leitungen eingebaut, wird die Schicht aus Granitschotter nochmals verstärkt. Auf die Schotterschicht kommt es später nämlich an. Sie muss dauerhaft standfest sein und eine hohe Tragfestigkeit besitzen, damit die Natursteinplatten den Belastungen standhalten, denen sie bei der Nutzung des Marktplatzes ausgesetzt sein werden. Wenn die Tragschicht aus Granitschotter eingebaut ist, wird sie deshalb auch sogenannten Lastplattendruckversuchen unterzogen, die Standfestigkeit und Tragfähigkeit nachweisen.

Ausgespart vom Einbau des Schotters wird eine Fläche von sechs auf drei Metern an der Nordost-Ecke Marktplatz: Hier wird die Technikkammer für die Wasserspiele eingebaut – ein Betonfertigteil-Element mit einer Höhe von etwas mehr als drei Metern, das komplett in das Erdreich eingearbeitet wird. Außer der Technikkammer verbirgt sich noch etwas Anderes unter dem Schotter und später den Natursteinplatten: Die Fundamente der Konkordienkirche, nördlich und östlich der Pyramide noch erhalten, erstmals bei den Arbeiten an der künftigen unterirdischen Haltestelle Marktplatz freigelegt und gesichert, wurden kleinteilig freigelegt, umfassend dokumentiert, vermessen und mit Hilfe einer Drohne fotografiert.

Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und eng abgestimmt mit einem Sachverständigen sowie der zuständigen Stelle beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Sie werden gegen den Granitschotter geschützt. Die Form der 1722 eingeweihten und 1807 für die damals notwendige Erweiterung des Marktplatzes abgerissenen Konkordienkirche wird durch entsprechende Bearbeitung des Marktplatzpflasters nach dem Ende der Bauarbeiten zu erkennen sein. Im Oktober soll der laufende Bauabschnitt seinen Abschluss finden, die Fertigstellung der gesamten Marktplatzfläche von etwa 7.000 Quadratmetern – entspricht der Fläche eines Fußballplatzes – ist für Ende kommenden Jahres vorgesehen. -red-

 
 

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