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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Mai 2019

Schlosslichtspiele: Karlsruhe lässt Woodstock aufleben

FOLK-SÄNGER RICHIE HAVENS erlangte mit seinem Auftritt bei Woodstock Weltruhm. Er spielte fast drei Stunden, weil sich die nachfolgenden Musiker verspäteten. Foto: Elliott Landy

FOLK-SÄNGER RICHIE HAVENS erlangte mit seinem Auftritt bei Woodstock Weltruhm. Er spielte fast drei Stunden, weil sich die nachfolgenden Musiker verspäteten. Foto: Elliott Landy

FOTOGRAF ELLIOTT LANDY prägte wie kaum ein anderer das Bild des legendären Festivals. Foto: Bastian

FOTOGRAF ELLIOTT LANDY prägte wie kaum ein anderer das Bild des legendären Festivals. Foto: Bastian

 

Fotograf Elliott Landy bestückt Schlosslichtspiele und City mit Festival-Impressionen

Wie kein anderes Musikfestival ist Woodstock zum Mythos geworden. Am 15. August jährt sich das Rock-Happening auf der Wiese bei Bethel im US-Bundesstaat New York mit Auftritten von Grateful Dead, The Who, Janis Joplin, Santana oder Jimi Hendrix zum 50. Mal.

Dass die Legende lebt, ist auch Fotografen wie Elliott Landy zu verdanken. Einige seiner ikonografischen Aufnahmen von Künstlern und Atmosphäre sind in einer Jubiläums-Ausstellung vereint, die in einigen europäischen Städten und auch in Karlsruhe zu sehen ist – passenderweise: Die fünften Schlosslichtspiele beschwören vom 8. August bis zum 15. September auch den „Sommer der Liebe und des Lebens“ und katapultieren Landys analoge Fotos ins digitale Zeitalter. Unter dem Motto „Hate comes late – Love comes first“ lassen Künstler dessen Motiv-Auswahl zu einer neuen, allabendlich über die Barockfassade flimmernden Show verschmelzen.

Und damit nicht genug „Flower Power“: In den Schaufenstern der Einzelhandelsgeschäfte halten großformatige Arbeiten Landys die Erinnerung an die Bewegung wach. Und bei „Das Fest“, von Fans liebevoll auch als „badisches Woodstöckle“ bezeichnet, entsteht eine Miniversion der legendären US-Bühne.
Bei der Pressekonferenz im ZKM-Medientheater zeigte sich Elliott Landy begeistert vom toleranten Geist Karlsruhes, den er mit dem Woodstocks verglich. Und auch den Schlosslichtspielen als Versammlungsort für rund 250.000 Gäste pro Spielzeit liege eine zutiefst „humanistische Haltung“ zugrunde, sprach er den auf dem Podium Versammelten aus dem Herzen. OB Dr. Frank Mentrup sah sich gar veranlasst, ihn scherzhaft als „Marketing-Direktor für Übersee“ vorzuschlagen.

Trotz all des Retro-Charmes gingen die Schlosslichtspiele 2019 Mentrup zufolge über bloße sentimentale Rückschau hinaus. Als Gemeinschaftserlebnis in modernem Format böten sie Gelegenheit, „friedlich, begeistert und sozial“ zusammenzufinden und lebten damit wie Woodstock eine große Utopie. Kurator ist ZKM-Leiter Peter Weibel. Ihm war es von Beginn an wichtig, das Spektakel als „Beitrag zur Zeit“ zu konzipieren. Die Lichtspiele strahlten in die Innenstadt aus, betonte die Vorstandsvorsitzende der Cityinitiative, Anke Bünting-Walter, aktuell werde sie gar Open-Air-Galerie. -maf-

 
 

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