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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Mai 2019

Forstreform: Erhebliche Nachteile für Karlsruhe

DEN WALD für und mit der Bevölkerung attraktiv zu halten, etwa bei Pflanzungen, daran arbeitet das städtische Forstamt. Foto: FA

DEN WALD für und mit der Bevölkerung attraktiv zu halten, etwa bei Pflanzungen, daran arbeitet das städtische Forstamt. Foto: FA

 

Stadt fordert weitere Gespräche über angepasste Lösung für den stadtnahen Wald

Der Landtag hat am vorigen Mittwoch, 15. Mai, das Forstreformgesetz verabschiedet. Dazu hatte der Gemeinderat am 9. April einstimmig eine an das Land gerichtete Resolution beschlossen. Darin wird das Land aufgefordert, unverzüglich Gespräche über eine auf die Waldverhältnisse und die Belange der Bürgerschaft angepasste Karlsruher Lösung für den Forst aufzunehmen und diese bis zum Jahresende zu erarbeiten.

Stadt, Gemeinderat und die Vertretung der Bürgerschaft setzen darauf, dass für den stadtnahen Wald eine Lösung gefunden wird, die den Ansprüchen der Menschen hinsichtlich Freizeit- und Erholungsnutzung, Naturschutz und Umweltbildung gerecht wird. Urbane Wälder als wichtige Landschaftselemente einer urbanen grünen Infrastruktur erforderten eine vor Ort wahrnehmbare und bürgernahe Forstverwaltung. Bekannt wurde, dass der Staatswald auf Karlsruher Gemarkung auf zwei künftige staatliche Forstbezirke aufgeteilt wird.

Der staatliche Hardtwald und der Rheinauewald werden künftig von einer Forstdienststelle in Waghäusel-Kirrlach aus betreut, der Staatswald im Osten der Stadt von einer Forstdienststelle in Eppingen. Deren Zuständigkeit reicht von Waldbronn über den gesamten Kraichgau bis in die Löwensteiner Berge östlich von Heilbronn. Mit der Neuorganisation wird nach Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit das Einheits-Forstamt, das für alle Waldbesitzarten die Zuständigkeiten bündelt, aufgegeben. Für die Bewirtschaftung des Staatswaldes wird eine eigenständige und von der Forstverwaltung getrennte Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet.

Die Forstämter in den Stadt- und Landkreisen bleiben als untere Forstbehörde weiter im Staatswald zuständig, dies betrifft etwa die Waldpädagogik,  die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten oder die Gehmigung von Veranstaltungen im Wald. Die Umsetzung soll zum 1. Januar 2020 erfolgen. Die Stadt befürchtet durch die getrennte Bewirtschaftung des Staatswaldes, die bisher das städtische Forstamt wahrnahm, erhebliche Nachteile auch für die Bürgerschaft. Immerhin ist die Hälfte der Karlsruher Waldfläche, etwa 2.300 Hektar, Staatswald. Den größten Zusammenhängenden Staatswald bildet der nördliche Hardtwald zwischen Schlossgarten und KIT Campus Nord. Die Lage dieses Waldes bis ins Zentrum der Stadt ist einmalig, seine Bedeutung für Freizeit, Ökologie, Klima- und Trinkwasserschutz immens.

Bereits Anfang 2017 wies  die Stadt auf Nachteile wie Doppelzuständigkeiten zwischen Forstbetrieb und Forstverwaltung hin. Unterstützt von der Bürgergesellschaft, vertreten auch durch die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine (Vorsitzender Dr. Helmut Rempp), etwa in einem offenen Brief an den zuständigen Minister Peter Hauk. Die Stadt brachte ihre Bedenken gegen die Auswirkungen der Forstreform für Karlsruhe wiederholt vor und machte konkrete Lösungsvorschläge. Diese fanden im Gesetzgebungsprozess und in den Vorbereitungen zur Umsetzung der Forstreform keinen Niederschlag. -red- 

 
 

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