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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Mai 2019

Immobilienmarktbericht 2018: Verknappung treibt den Preis nach oben

Unterschiede in Lage und Wohnungsgröße kaum noch wertbildend / Attraktive Makrolage

In Zeiten der Verknappung ist vermeintlich alles gut. Auf den Karlsruher Immobilienmarkt übertragen heißt dies, dass die zur Wertbildung eigentlich relevanten Kriterien – wie die Lage – zunehmend bei einer Kaufentscheidung irrelevant werden.

Da sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich geändert haben, trieben voriges Jahr die günstige Baufinanzierung und die Makrolage Karlsruhe die Preise weiter nach oben, erläutert Rüdiger Huck, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Dies belegt der Immobilienmarktbericht 2018, den der Karlsruher Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten unter Vorsitz von Dr. Michael Mürle kürzlich beschlossen hat. Und: Betrachtet man die Baupreisindexreihen für Wohnungseigentum seit 2010, „dann ist bei den Weiterverkäufen zu erwarten, dass diese sich im Zehnjahrszeitraum bis 2020 verdoppelt haben werden“, so Hucks Kollege Marc-Simon Vetter. Im Schnitt kostete eine 70 Quadratmeter (qm) große Wohnung (Baujahr zwischen 1950 und 1974) um die 183.000 Euro.

Erfreulich bei alledem: 2018 sind 320 Wohneinheiten mehr als im Vorjahr auf den Markt gekommen. Im Durchschnitt mussten Käufer rund neun Prozent mehr investieren. Rund 4.300 Euro waren im Mittel für einen Quadratmeter zu bezahlen. Bis auf 6.300 Euro/qm geht die Spanne nach oben, wie die Häufigkeitsverteilung zeigt. Dabei sei die Wohnfläche selbst kaum noch preisbildend, Grundriss und Ausstattung jedoch haben steigernden oder mindernden Einfluss, erklärte Huck. Eine Erkenntnis, die die Geschäftsstelle aus den Auswertungen der Kaufverträge und Fragebogen gewonnen hat. Mit Letzteren bittet sie um weitere Informationen zum Erwerb der Immobilie. Ein Ergebnis ist die Ermittlung der Standardstufe, welche die Ausstattung der Objekte beschreibt. Das ist ein Ansatz, um zu kompensieren, „dass die Wertunterschiede, die bei einer klassischen Bewertung über Lage und Wohnfläche berücksichtigt werden sollten, gerade etwas aufgekündigt sind“, merkte Vetter an.

Stolz ist Mürle bei „weiteren Grundstücksmarktinformationen“ auf die Mietpreisrichtwerte für Erdgeschossmieten in der City. Sie konnten aufgrund von Erhebungen im Rahmen einer Masterarbeit für einen „idealen Normladen“ angegeben werden. „Mit den Mitte bis Ende 2018 erhobenen Mieten verfügen wir für die Ende Juni anstehende Ermittlung der Bodenrichtwerte für die Innenstadt über ganz reale Daten“, dankte er allen, die mit ausgefüllten Fragebogen zu dieser topaktuellen Datengrundlage beigetragen haben. Der Marktbericht kann ab Freitag, 17. Mai, auf www.karlsruhe.de/bauen eingesehen werden (Druckausgabe 50 Euro, pdf-Version 40 Euro). Mehr Info unter Telefon 0721/133-3092 oder per E-Mail an gga@karlsruhe.de. -rie-

 
 

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