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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Mai 2019

Jugendhilfeausschuss: Kein Kind zurücklassen

Leitlinien gegen Kinderarmut / Familienzentren

Als Stadt des Rechts übernehme Karlsruhe eine Vorreiterrolle in der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. „Kein Kind wird zurückgelassen“, heißt es in den vor neun Jahren verabschiedeten Leitlinien gegen Kinderarmut. Der Anspruch bleibt bei der Fortschreibung des Positionspapiers „handlungsleitend“.

Die aktualisierten Ziele und Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut und ihrer Folgen sowie zur dauerhaften Veränderung von Verhältnissen, die Armut bedingen, nahm der Jugendhilfeausschuss unter Vorsitz von Bürgermeister Martin Lenz jetzt zustimmend zur Kenntnis. Trotz erfolgreichen Karlsruher Kinderpasses, der Ausweitung Früher Prävention und Familienbildung oder der Verbesserung sozialer Infrastrukturen sind Kinder und Jugendliche weiter die am stärksten armutsgefährdete Gruppe. 2017 erhielten rund 2.800 Bedarfsgemeinschaften mit Kindern Sozialleistungen, 4.100 Familien mit Kindern lebten nahe der Armutsgrenze.

Die Leitlinien skizzierten Perspektiven für die kommenden Jahre. Dazu gehörte für Kinderbüroleiter Jonas Nees auch, den Zugang zu Angeboten zu erleichtern, ebenso wichtig sei Wohnortnähe. GRÜNE-Stadträtin Verena Anlauf, die per Gemeinderatsantrag eine Evaluation angeregt hatte, vermisste im Papier „messbare Zahlen“. Außerdem solle ein Turnus für die nächste Anpassung festgelegt werden – ein Vorschlag, den auch Bettina Meier-Augenstein (CDU) und Irene Moser (SPD) unterstützten. Der städtische Armutsbericht beleuchte auch die Situation von Kindern, merkte Bürgermeister Martin Lenz an.

Einstimmig beschloss der Ausschuss die Vergabe von Fördermitteln für Kita-Träger, die ihre Einrichtungen zu Kinder- und Familienzentren im Sinne der vom Gemeinderat im November beschlossenen Rahmenkonzeption weiterentwickeln wollen – 15 Häuser erhalten die Unterstützung rückwirkend, weitere zehn zum Januar 2020. Auf neues Terrain begibt sich künftig das Projekt Jugendschutz, dessen Akteure aus Sozialverwaltung, Polizei und Sanitätsdiensten in kleinen Teams bei Veranstaltungen wie jüngst bei den Schulabschlussfeiern im Schlossgarten unterwegs sind und Gespräche auf Augenhöhe suchen. Der Angebotserweiterung um einen interaktiven Informationsstand, an dem Spielen ebenso möglich ist wie Selbsterfahrung mittels Rauschbrillen, stimmte der Ausschuss zu. Erstmals soll der Stand bei „Das Fest“ zum Einsatz kommen. -maf-

 
 

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