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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Mai 2019

Stadtgeschichte: Er setzte Maßstäbe

DER MALER  Hermann Baisch. Foto: Stadtarchiv

DER MALER Hermann Baisch. Foto: Stadtarchiv

 

Tier- und Naturmaler Hermann Baisch starb vor 125 Jahren

Als einer der besten Tier- und Landschaftsmaler verehrt, starb Hermann Baisch, Professor an der Karlsruher Kunstschule (später Akademie), vor 125 Jahren im Alter von nur 48 Jahren. Geboren wurde der Maler und Radierer 1846 in Dresden als Sohn eines Lithografen, der bald nach Stuttgart umzog. Dort studierte Baisch an der Kunstakademie.

1868 ging er für ein Jahr nach Paris, um sich im Louvre mit den holländischen Tiermalern Paulus Potter  und Aelbert Cuyp zu beschäftigen. Prägend wurden für ihn ebenso die Landschaften der Schule von Barbizon, etwa von Théodore Rousseau oder Charles-François Daubigny.  Ab 1868 war er in München Schüler Adolf Liers,  wo er seinen späteren Schwager Gustav Schönleber kennenlernte.

Dort beeinflussten ihn die französische Freilichtmalerei, die Erfassung der Natur in einfachen Motiven, idealisiert durch Lichtwirkungen und die feinsinnige Naturerfassung Liers. Mit seinem Lehrer und Schönleber entwickelte er so eine eigene deutsche Naturmalerei.  1881 wurde Baisch auf eine neu eingerichtete Professur für Tiermalerei nach Karlsruhe berufen. Inspirationen holte er sich ab 1879 mit Schülern sowie Schönleber, der bereits ab 1879 in der Residenz  lehrte, auf Studienreisen in Holland. Dort erweiterte Baisch sein Repertoire mit See- und Strandmotiven sowie Weidelandschaften.

In seinen zwölf erfolgreichen Jahren als Professor  richtete er auch ein Freilichtatelier ein, inklusive lebendiger  Kuh und kleinerer Tiere, damit seine Schüler „vor der Natur“ arbeiten konnten. Gliedern  lässt sich sein Werk  in zwei Phasen. In den 1870er-Jahren finden sich unter dem Einfluss Barbizons silbergraue oder goldgelbe Töne in altmeisterlich wirkenden Bildern, etwa im 1880 entstandenen  „Regentag am Niederrhein“.  Ab 1880 erscheinen seine Bilder  breitflächiger, skizzenhafter, selbstbewusster und großzügiger,  beispielsweise in „Rinder auf der Weide bei Overschie“ von 1890. Das  Mitglied mehrerer Akademien wurde mit vielen goldenen und silbernen Medaillen ausgezeichnet. - cal- 

 
 

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