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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Mai 2019

Kultur: Dialog mit der Sammlung

ANSICHTEN: Galerieleiterin Dr. Brigitte Baumstark erläutert die Positionen von André Wischnewski und Jochen Hautzdorf. Foto: Fränkle

ANSICHTEN: Galerieleiterin Dr. Brigitte Baumstark erläutert die Positionen von André Wischnewski und Jochen Hautzdorf. Foto: Fränkle

MEISTERSCHÜLEIN Dahae Seung und ihre Arbeit „Euridice“. Foto: pr

MEISTERSCHÜLEIN Dahae Seung und ihre Arbeit „Euridice“. Foto: pr

 

Meisterschüler-Schau

Die aktuellen Meisterschülerinnen und Meisterschüler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe präsentieren sich in der Städtischen Galerie – mit einem außergewöhnlichen Konzept. Ihre neuesten Arbeiten zeigen die 28 Beteiligten erstmals nicht in Form einer Gruppenschau, sondern im Kontext der Dauerausstellung der Städtischen Galerie.

„TOP_0019 Meisterschüler*innen und die Sammlung der Städtischen Galerie Karlsruhe im Dialog“ ist der offizielle Titel der bis 22. September laufenden Ausstellung, bei der die jungen Künstler auch mit der Tradition ihrer „Lehrstätte“ in Beziehung treten, denn unter den Erwerbungen der Galerie finden sich zahlreiche Exponate früherer Professoren der Kunstakademie. Mit pointiert ausgewählten Interventionen bespielen die heutigen Akteure ausdrucksstark den Lichthof, reagieren auf alte Meister und lassen sie aus frischen Blickwinkeln erleben.

Macha Selbach etwa lässt sich von den Landschaftsidyllen Karl Weyssers aus dem 19. Jahrhundert inspirieren und setzt ihrem „Greek Highway II“ als verwischte Momentaufnahme im Vorbeifahren eigene Akzente. Lucia Dominguez Madeira favorisiert die Stillleben Willi Müller-Hufschmids, ebensolche stellt sie in knalligen Farben daneben und bittet in ihrer mit bunten Keramikschalen arrangierten Bodeninstallation quasi zu Tisch. Rosa Makstadt hat ihr „Männer können nicht malen“ betiteltes Frauenbildnis mit Heiligenschein neben „Der Exote“ von Georg Baselitz gehängt und protestiert damit gegen dessen in Interviews geäußerte Haltung, Frauen setzten sich mangels Qualität nicht durch, der Kunstmarkt lüge nicht.

Die Ernennung zum „Meisterschüler“ ist eine persönliche Auszeichnung ausgewählter Studentinnen und Studenten. Damit dürfen sie ein weiteres Jahr an der Hochschule bleiben, erhalten einen Atelierplatz und haben weiter Zugang zu den zahlreichen Werkstätten. Im Zentrum des in dieser Form deutschlandweit einzigartigen Meisterschüler-Projekts steht die Ausstellung, die jedes Jahr – gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart – in einer anderen Kunstinstitution des Landes stattfindet.

Zum zweiten Mal nach 2012 macht die Akademie in der Städtischen Galerie Station. Zu den bisherigen Gastgebern zählten etwa die Kunsthallen in Baden-Baden, Göppingen und Mannheim, die Villa Merkel in Esslingen, das Ulmer Museum, die Kunstvereine in Freiburg, Heilbronn oder Mannheim. -red-/-maf-

 
 

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