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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Mai 2019

Verfassungsfest: Recht wurde lebendig

STILECHT ALS SUFFRAGETTE, Kämpferin für Frauenrechte, war diese Dame kostümiert. Zwei Studentinnen unter den vielen Besucherinnen und Besuchern des Verfassungsfests fanden das gut. Foto: Knopf

STILECHT ALS SUFFRAGETTE, Kämpferin für Frauenrechte, war diese Dame kostümiert. Zwei Studentinnen unter den vielen Besucherinnen und Besuchern des Verfassungsfests fanden das gut. Foto: Knopf

PAVILLON der Bundesregierung beim Verfassungsfest auf dem Schlossplatz. Foto: Knopf

PAVILLON der Bundesregierung beim Verfassungsfest auf dem Schlossplatz. Foto: Knopf

 

Tanz, Richter, Talk auf Erlebnismeile / Grundgesetz-Feiertag

Ganz im Zeichen von 70 Jahre Grundgesetz stand der Schlossplatz am Wochenende beim Bürgerfest. Live-Musik, Performances, Podiumsdiskussionen, Tanz, Politik-Quizspiele und Infostände lockten tausende Bürger bei sonnigem Wetter auf die Erlebnismeile.

Eingeläutet wurde „das Fest für alle“ von Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf, Professor Stephan Harbarth, Vize-Präsident des Bundesverfassungsgerichts, und OB Dr. Frank Mentrup. Harbarth wünschte sich künftig einen jährlichen Feiertag zu Ehren des Grundgesetzes. „Das sollte es uns wert sein“, meinte er gut gelaunt. Wolf freute sich über die Europafahne über dem Schloss und „leidenschaftliche Karlsruher Europäer“. OB Mentrup wiederum versprach eine einzigartige Mischung aus Information und Unterhaltung zur vielschichtigen Thematik Recht. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble besuchte die „Residenz des Rechts“ zum Jubiläum.

Ob Pop-Top-Act „Frida Gold“, eine verjazzte Version des Grundgesetzes, gemeinsames Singen der Europahymne, Sofarichter bei der SWR-Rechtsredaktion, das Verkosten von Verfassungswein oder EU-Hauptstädte-Raten bei der Europa-Union – die Besucher hatten die Qual der Wahl. Eine Ettlinger Familie ließ sich mit Artikel 3 „Vor dem Gesetz sind alle gleich“ und Artikel 20 „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ cool mit Sonnenbrille ablichten. „Es ist schön, dass hier Recht erlebbar wird. Wir genießen Freiheitsrechte, die es woanders nicht gibt, das sollten wir uns bewusst machen“, sagte der Familienvater.

Zwei Studentinnen lauschten einer Museumspädagogin, stilgerecht im Kostüm der Jahrhundertwende einer streitbaren „Suffragette“ gekleidet, die über den langen Kampf zum Frauen-Wahlrecht dozierte. Auch am Stand des Stadtarchivs brachten Hintergründe die „politischen Pionierinnen in Baden“ näher. „In Karlsruhe gab es das erste Mädchengymnasium Deutschlands“, betonte Stadtarchivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche.

Beim Stand der Bundesregierung gab es Talkrunden mit Justizexperten, etwa beim Bundesrat das Grundgesetz zum Mitnehmen, während der Eurodistrikt PAMINA über rechtliche Fragen im elsässisch-badischen Grenzgebiet informierte. Selbstredend kam auch Kulinarisches nicht zu kurz. Beim dm-Kinderland konnten sich die ganz Kleinen austoben. Ob Comedy, Theater oder Junge Verfassungsgespräche – beim Bürgerfest wurde der abstrakte Begriff Recht ganz schön lebendig. -voko-

 
 

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