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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Mai 2019

Wahlen: Karlsruhe setzt GRÜNE auf die Überholspur

VERÄNDERUNGEN: Das Schaubild zeigt Zu- und Abnahme der Parteien und Wählervereinigungen gegenüber der Kommunalwahl 2014. Grafik: Wahlamt

VERÄNDERUNGEN: Das Schaubild zeigt Zu- und Abnahme der Parteien und Wählervereinigungen gegenüber der Kommunalwahl 2014. Grafik: Wahlamt

VIELFALT: 31 Sitze im Bürgersaal gehen an die drei großen Parteien, 17 an kleinere und an Wählervereinigungen. Grafik: Wahlamt

VIELFALT: 31 Sitze im Bürgersaal gehen an die drei großen Parteien, 17 an kleinere und an Wählervereinigungen. Grafik: Wahlamt

 

Ergebnis der Kommunalwahl wirbelt die Verhältnisse im Gemeinderat gewaltig durcheinander / Öko-Partei löst CDU als stärkste politische Kraft ab / Herbe Verluste für SPD / FDP, Linke, AfD und FW legen leicht zu

Wie in den anderen Großstädten im Land waren die Grünen auch bei der Kommunalwahl in Karlsruhe deutlich auf der Überholspur. Die Öko-Partei löste die CDU – seit 1971 stärkste politische Kraft im Gemeinderat – als Nummer eins im Bürgersaal ab. Herbe Verluste musste auch die SPD hinnehmen, die auf unter 15 Prozent zurück fiel. Die Wahlbeteiligung lag mit 58,7 Prozent um 13,5 Prozentpunkte höher als die im Jahre 2014.

Der Trend, der sich am Sonntagabend nach Auszählung der unveränderten Stimmzettel gezeigt hatte, wurde am Montagabend zur Gewissheit. Und konkretisierte sich in Zahlen: Die Grünen hatten nach Auszählung der kumulierten und panaschierten Stimmen CDU und SPD deutlich überflügelt. Die bisher drittstärkste politische Kraft im Gemeinderat verbuchte gegenüber der Kommunalwahl 2014 einen Zuwachs von 10,2 Prozentpunkten und landete bei 30,1 Prozent. Damit gewannen die Grünen zu ihren neun Sitzen im Plenum sechs hinzu und stellen im künftigen Gemeinderat 15 Stadträtinnen und Stadträte.

Die CDU als bisherige Nummer eins hingegen ist in der nächsten Amtsperiode nur noch mit neun Fraktionsmitgliedern vertreten. Der Verlust von vier Sitzen gegenüber heutiger Stärke ist Ergebnis des massiven Rückgangs beim Zuspruch der Wähler. Am 26. Mai kam die CDU nur noch auf 18,7 Prozent. Bei der Kommunalwahl 2014 waren es 26,8 Prozent gewesen. Ebenso dramatisch war der Einbruch der SPD von 21,8 Prozent 2014 auf jetzt 14,3 Prozent. Die bisher zweitstärkste politische Kraft fiel damit deutlich auf Platz drei zurück und ist im neuen Gemeinderat mit sieben statt zehn Stadträtinnen und Stadträten vertreten.

Weitere Überraschung

Bei den kleineren Parteien und den Wählervereinigungen hingegen gab es ein etwas anderes Bild: Die FDP konnte von 6,1 auf 7,3 Prozent leicht zulegen und erreichte damit vier statt der bisherigen drei Sitze. Mit 7,0 Prozent und einem Plus von 1,9 Prozentpunkten gegenüber 2014 gewann Die LINKE einen Sitz hinzu und hat mit drei Sitzen künftig ebenfalls Fraktionsstärke. Wie die AfD, die mit 7,1 Prozent ein leichtes Plus von 1,5 Prozentpunkten gegenüber 2014 verzeichnete.

Die Karlsruher Liste bleibt mit erzielten 5 Prozent bei zwei Sitzen. Ebenfalls zwei Sitze und damit einen mehr als bisher nehmen die Freien Wähler ein, die von 2,7 auf 3,2 Prozent zulegten. Die Wählervereinigung FÜR Karlsruhe hingegen muss mit den jetzt erreichten 2,7 Prozent (2014: 3,2) einen ihrer beiden Sitze abgeben. Für Überraschung sorgte das Abschneiden von Die PARTEI, die von 1,1 auf 4,6 Prozent sprang und damit künftig zwei Sitze (bisher einer) im Bürgersaal einnimmt.

Hochburgen in Quartieren

In den Stadtteilen fuhren die Grünen in den Innenstadt-Quartieren Innenstadt-West (39,8 Prozent), Südweststadt (39,5) und Weststadt (38,7 Prozent) Ergebnisse knapp unter der 40-Prozent-Marke ein und waren dort stärker als CDU und SPD zusammen. Am wenigsten Zuspruch fanden die Grünen in Oberreut mit 16,4 Prozent. Die CDU kam nur in ihrer Hochburg Stupferich mit 31,5 Prozent über die 30-Prozent-Marke und erzielte in der Südstadt mit 10,0 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis. Die SPD kam lediglich in Wolfartsweier (24,7) über 20 Prozent. In der Innenstadt-West musste sie sich mit nur 10,4 Prozent begnügen.

Die FDP fand in Grötzingen mit 9,6 Prozent den meisten Zuspruch, in Oberreut hingegen mit 4,3 Prozent den wenigsten. Oberreut war auch dieses Mal Hochburg der AfD. Sie fuhr dort 21,9 Prozent ein, war damit stärkste Partei im Stadtteil. Am schwächsten schnitt die AfD mit 4,0 Prozent in der Südstadt ab. Dort feierte die LINKE mit 11,9 Prozent ihren größten Erfolg, in Stupferich kam sie nur auf 2,2 Prozent.

Der Trend der Gemeinderatswahl spiegelte sich bei den Wahlen zu den sieben Ortschaftsräten wider. Ein ausführlicher Beitrag hierzu folgt in der nächsten Ausgabe. -trö-

 
 

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