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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Juni 2019

Sport: Fanprojekt als Sozialarbeit

UNTERSTÜTZUNG: (v.l.) Weiße (Ordnungsamt), KSC-Präsident Wellenreuther, Fanprojektleiter Körenzig, BFV-Präsident Zimmermann, OB Mentrup und stja-Vorstand Melchien. Foto: Knopf

UNTERSTÜTZUNG: (v.l.) Weiße (Ordnungsamt), KSC-Präsident Wellenreuther, Fanprojektleiter Körenzig, BFV-Präsident Zimmermann, OB Mentrup und stja-Vorstand Melchien. Foto: Knopf

 

Sein 30-jähriges Bestehen feierte am Wochenende das KSC-Fanprojekt in der Nordstadt. Die Anlaufstelle für Ultras und Supporters ist eine wichtige Einrichtung in der Jugendsozialarbeit.

Etliche in der aktiven Fanszene engagierten Mitstreiter nahmen weite Anfahrtswege auf sich, um mitzufeiern. Auch OB Dr. Frank Mentrup, der Leiter des Ordnungsamts, Dr. Björn Weiße, und Ronny Zimmermann, Präsident des Badischen Fußballverbands, grüßten neben KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und Daniel Melchien, Vorstand des Trägers Stadtjugendausschuss (stja).

Volker Körenzig, Leiter des Fanprojekts seit 22 Jahren, erinnerte daran, wie Anfang der Neunziger entglaste Fanbusse zu Auswärtsfahrten eher die Regel waren und die Hauptklientel des Projekts die Hooligans „Destroyers“ waren. Heute trifft sich hier ein harter Kern von rund 150 jungen Leuten zwischen 16 und 30 Jahren, die einer anderen Fangruppierung, den Ultras, angehören. Die unterstützen ihr Team mit aller Leidenschaft und durch bunte, kreative Choreographien, die stundenlange Bastelarbeit voraussetzen. So war Körenzig stolz darauf, die Besucher in die Heiligen Hallen der Ultras zu führen, deren Einverständnis er vorher einholte. Dank hatte er für Stadt, Gemeinderat und Träger stja ("unser Rückgrat") parat.

Insgesamt erhält die Einrichtung 300.000 Euro jährlich. Stadt, Land und DFB / DFL teilen sich die Kosten für die aufsuchende, akzeptierende Sozialarbeit mit Aktionen wie gemeinsames "Rausdabbe" zum Wildpark, Konzerte, Diskussionen oder dem "Nachspiel" (Termine mit KSC-Spielern). "Von einem verlässlichen Beziehungsangebot für die Fans", sprach OB Mentrup. KSC-Präsident Wellenreuther nannte die Einrichtung vorbildlich. Wohl noch bis Ende 2021 ist das Fanprojekt auf seinem Gelände beheimatet. Spätestens bis dahin muss ein neues Domizil her. Das so genannte C-Areal erhält mit Hilfe eines Investors eine neue bauliche Gestaltung. Körenzig und sein dreiköpfiges Team hoffen mit Hilfe der Stadt auf eine neue Bleibe in der Oststadt, so dass die Fans, von der anderen Seite kommend, wieder nahe am Wildpark wären. -voko-

 
 

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