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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Juni 2019

Nahverkehr: Schlaue Stadtbahn

MIT MODERNEN INSTRUMENTEN ist die neue AVG-Messstraßenbahn auf Karlsruher Schienen unterwegs, um Erkenntnisse zur Verbesserung des Nahverkehrs zu gewinnen. Foto: AVG

MIT MODERNEN INSTRUMENTEN ist die neue AVG-Messstraßenbahn auf Karlsruher Schienen unterwegs, um Erkenntnisse zur Verbesserung des Nahverkehrs zu gewinnen. Foto: AVG

 

AVG und KIT wollen Nahverkehr verbessern / Fahrzeug erhebt Daten mithilfe intelligenter Sensoren

Um Umwelteinflüssen, Schienenzustand oder Lärmbelästigung auf den Grund zu gehen, wurde jüngst eine Stadtbahn mit moderner Messtechnik ausgerüstet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen den Schienennahverkehr im Hinblick auf Sicherheit, Energieeffizienz und Komfort optimieren. Dazu wird auch Maschinelles Lernen eingesetzt.

Die sogenannte Messstraßenbahn wird ab sofort im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt. Entstanden ist sie als gemeinsames Forschungsprojekt der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und des Teilinstituts Bahnsystemtechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Mithilfe der installierten Sensoren erhalten wir eine Vielzahl an wertvollen Informationen dazu, wie sich unser Fahrzeug im täglichen Einsatz verhält und welchen äußeren Einflüssen es kontinuierlich ausgesetzt ist. Je mehr wir über das Fahrzeug erfahren, desto besser können wir künftig Optimierungen an unseren Straßenbahnen, aber auch an der Infrastruktur und am Betrieb vornehmen“, betonte Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der AVG.

Zur neuen Sensorik gehören unter anderem Beschleunigungssensoren an den Drehgestellen, die mit GPS-Daten dazu genutzt werden, um Vorhersagen für die Gleisabnutzung zu erstellen. Die Energieeffizienz könnte durch stationäre Speicher zur Aufnahme der Bremsenergie verbessert werden. Wo diese entstehen sollen kann durch Beobachtung von Oberleitungsspannung, Energieverbrauch des Fahrzeugs sowie Verlustleistung an den Bremswiderständen erkannt werden.

Beschleunigungssensoren im Fahrgastraum sollen dabei helfen zu erkennen wann es für Gäste unkomfortabel wird. Bei der Analyse von Lärmbelastung durch Schienenquietschen will das Projekt unter anderem Messmikrofone, GPS-Daten und Geschwindigkeitsmessungen einsetzen. Auch für die Messung von CO2, Sonneneinstrahlung oder Luftfeuchtigkeit werden Sensoren verbaut. „Mit Hilfe von Data Mining-Techniken ist geplant, die Daten auch auf bisher nicht bekannte Zusammenhänge zu untersuchen“, erklärt dazu Peter Gratzfeld vom KIT. -red-/-gem-

 
 

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