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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Juni 2019

Stadtarchiv: Dienend erfolgreich

BUCHVORSTELLUNG mit BM Käuflein und Gilbert. Foto: MMG

BUCHVORSTELLUNG mit BM Käuflein und Gilbert. Foto: MMG

 

Buch über Ehrenbürger Gurk in Reihe „Karlsruher Köpfe“

Mit Franz Gurk ist der fünfte Band der Reihe „Karlsruher Köpfe“ des Stadtarchivs nun einem Politiker gewidmet. Autor René Gilbert und Bürgermeister Dr. Albert Käuflein stellten das 78-seitige Buch über den Ehrenbürger, Beamten, Zentrums- und später CDU-Politiker, Stadtkämmerer, Wirtschaftsbürger¬meister, Abgeordneten und Präsidenten des Landtags von Baden-Württemberg kürzlich vor.

Obwohl der 1898 in Karlsruhe Geborene und 1984  Gestorbene eher in der zweiten Reihe stand, verdankt ihm die Stadt einiges. Ziel des stets auf Ausgleich bedachten Altbadeners war es als Bürgermeister von 1953 bis 1963 nach der Niederlage 1952 bei der OB-Wahl gegen Günther Klotz (SPD), Karlsruhe zur Wirtschaftsmetropole am Oberrhein zu machen.

Neben dem Ausbau des Rheinhafens, kurzzeitig auch als Direktor, etablierte  er viele kleinere und mittlerer Betriebe wie etwa die Heinkel Motorenbau GmbH  aber auch globale Akteure wie den Pharmahersteller Pfizer, den Reifenhersteller Michelin und den Kosmetikkonzern LÓréal. Die größten Coups jedoch waren  mit Klotz die Ansiedlungen des Kernforschungszentrums, heute KIT-Campus Nord, und der beiden Ölraffinerien DEA und ESSO. Das sorgte auch für die notwendigen Steuereinnahmen zum Wiederaufbau der Stadt.

Ebenso gelang es dem geschickten Netzwerker, in Bonn erfolgreich für Karlsruhe als Standort für den Bundesgerichthof zu werben, wesentliche Voraussetzung auch für den  späteren Zuschlag für das Bundesverfassungsgericht. Zudem setzte er sich für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen, Schulbau oder eine neue urologische Klinik ein. Geprägt, so Gilbert, war Gurks Leben von “hoher Professionalität, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit“. Zugrunde lagen „eine wertkonservative Einstellung zu Ehe, Familie und Gesellschaft, aufrichtige katholische Frömmigkeit“, Leistung auf dem „Prinzip der Arbeit“, der Glaube an Staatsautoritäten sowie die eigene „Unterordnung in gesellschaftliche Konventionen“. (Info Verlag, 12.80 Euro) -cal-

 
 

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