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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Juni 2019

Erhaltungssatzung Durlach: Kann Tübingen Vorbild sein?

REGE DISKUSSION: Erhaltungssatzungen waren Thema des Infoabends. Hier ein Blick in die Durlacher Zunftstraße. Foto: Knopf

REGE DISKUSSION: Erhaltungssatzungen waren Thema des Infoabends. Hier ein Blick in die Durlacher Zunftstraße. Foto: Knopf

 

Gut besuchter Infoabend zum Schutz der Durlacher Altstadt

Gemeinsam mit der Bürgergemeinschaft Durlach und Aue sowie dem Stadtplanungsamt veranstaltete das Stadtamt Durlach zu Wochenbeginn einen Infoabend zum „Schutz der Altstadt Durlach“ am Beispiel von Tübingen.

Geladen war die Leiterin des Stadtplanungsamts Tübingen, Barbara Neumann-Landwehr, die darüber berichtete, wie die schwäbische Universitätsstadt ihren historischen Kern auch für die Zukunft bewahrt. Grund zur Freude hatte Durlachs Ortsvorsteherin Alexandra Ries, die feststellte, dass der Bürgersaal des Rathauses komplett besetzt war.

Bekanntlich ist das Thema Schutz der Durlacher Altstadt nicht erst seit der emotional geführten Diskussion um das Torwächterhaus virulent. „Die grundsätzliche Frage lautet: Wie können wir ortsbildprägende historische Gebäude erhalten ohne uns einer leichten Weiterentwicklung zu verschließen“, sagte die Gastrednerin. An den Ortsteilen Hagelloch, Österberg mit seinen Studentenverbindungshäusern und Bebenhausen mit seinem Kloster-Ensemble beschrieb sie die Problematik.

Generell gehe es um eine Abwägung privater gegenüber öffentlicher Interessen inklusive maximaler Transparenz des Verfahrens, wenn ein privater Hausbesitzer die Genehmigung für einen Abbruch respektive Neubau wünscht. Dabei gehe es auch um wirtschaftliche Abwägungen. Grundsätzlich stünden folgende Planungsinstrumente zur Verfügung: Stadtbildsatzung, Bebauungsplan, Erhaltungssatzung, städtebauliches Sanierungsgebiet, Gesamtanlagenschutzordnung, Planungsprozess zur Altstadtentwicklung sowie Fördermittel Stadtpflege.

Auch ein Werteplan sei von Bedeutung, zudem die Einigkeit des Gemeinderats. In der Tübinger Altstadt habe man jedes Gebäude erfasst und kategorisiert. „Es ist wichtig sich mit dem Bestand akribisch auseinanderzusetzen. Was ist prägend und was nicht? Wir wollen kein Disney-Fake, sondern authentische Gebäude“, betonte Neumann-Landwehr. Zudem müsse die Altstadt auch attraktiv für junge Familien und ältere Menschen sein. Entscheidend sei bei Anträgen zum Abbruch ferner die Einzelfall- und die Zumutbarkeitsprüfung. „Eine Stadt entwickelt sich ständig weiter. Man muss auch moderne Architektur, die sich einfügt, zulassen.“

In der Fragerunde entwickelte sich eine rege Debatte, unter anderem zu Nachverdichtung, Konfliktfeldern von Bebauungsplan und Erhaltungssatzung oder zur wirtschaftlichen Zumutbarkeit der Erhaltung eines Baudenkmals. -voko-

 
 

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