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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Juni 2019

Stadtgeschichte: Markstein der Zusammenarbeit

SCHLÜSSELÜBERGABE: Nach Überwindung aller Hürden wurde das deutsch-französische Projekt einer Jugendfreizeit- und Bildungsstätte in Baerenthal im Juni 1969 Wirklichkeit. Foto: Stadtarchiv

SCHLÜSSELÜBERGABE: Nach Überwindung aller Hürden wurde das deutsch-französische Projekt einer Jugendfreizeit- und Bildungsstätte in Baerenthal im Juni 1969 Wirklichkeit. Foto: Stadtarchiv

 

Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Baerenthal in Lothringen besteht seit 50 Jahren

Mit der deutsch-französischen Annäherung nach 1950 gingen Jugendgruppen nach Frankreich zur Einrichtung und Pflege von Kriegsgräbern. Der vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisierten Arbeit schloss sich 1955 der Stadtjugendausschuss Karlsruhe (StJA) an.

1956 kam die erste Jugendgruppe in das lothringische Dorf Baerenthal, in dessen Umgebung 1944/45 schwerste Kämpfe stattgefunden hatten. In den folgenden Sommern sorgten immer zwei Gruppen, in Zeltlagern untergebracht, für die Instandhaltung der Soldatenfriedhöfe. Unabhängig davon hatte der Vorsitzende des StJA, Walther Wäldele, die Idee, dass dieser für die damals verbreiteten Zeltlagerfreizeiten einen eigenen, schönen Platz bekommen sollte.

Während des Sommerlagers 1959 sprach er mit dem Baerenthaler Bürgermeister Edouard Jund, der zum warmen Befürworter und Wegbereiter wurde. Im folgenden Jahr wurde Gelände gekauft, 1961 fand das erste Aufbaulager zur Herstellung der Infrastruktur statt. Wäldeles Pläne gingen weiter zur Errichtung einer festen Freizeit- und Erholungsstätte für zeitgemäße Jugenderholung. Der Zeiten hatten sich von organsierten zu nichtorganisierten Jugendgruppen und daraus folgender offener Jugendarbeit gewandelt.

Der StJA erwarb schließlich insgesamt acht Hektar und plante neben dem Zeltplatz ein Haupthaus samt sieben Bungalows, entworfen vom Architekten Erich Schelling. Zur Eigenleistung gab es mit seinem 1962 gegründeten „Jugendfreizeitwerk“ wiederholt 14-tägige Aufbaulager. Die Kosten von rund 1,75 Millionen Mark brachten größtenteils die Stadt sowie das Land auf. Praktische Schwierigkeiten verzögerten jedoch die 1965 begonnenen Arbeiten.

Wäldele setzte sich aber  nach seiner  Wahl zum Bürgermeister weiter unermüdlich für „Baerenthal“ ein. Im Sommer 1967 war das Haupthaus fertig. Nach Fertigstellung der Bungalows,  wurde am 21. Juni 1969 das Projekt, ein Markstein deutsch-französischer Zusammenarbeit, eingeweiht.- jsk- 

 
 

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