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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Juli 2019

Naturschutzzentrum: Bauhaus mitten im Auenwald

FORM FOLLOWS FUNCTION: Studenten und Schülerinnen skizzierten das Naturschutzzentrum Rappenwört, das auch heute noch zeitlos und modern wirkt, in einem Zeichen-Workshop. Foto: Knopf

FORM FOLLOWS FUNCTION: Studenten und Schülerinnen skizzierten das Naturschutzzentrum Rappenwört, das auch heute noch zeitlos und modern wirkt, in einem Zeichen-Workshop. Foto: Knopf

 

Naturschutzzentrum Rappenwört 1929 im Bauhausstil errichtet / Zeichen-Workshop

Wer an Bauhaus und Karlsruhe denkt, dem fällt wohl zu allererst die Dammerstock-Siedlung ein. Doch in der Fächerstadt gibt es ein Gebäude im klassischen Bauhausstil, das wohl nicht allzu viele auf der Agenda haben.

Das Naturschutzzentrum Rappenwört ist lupenreiner Bauhaus. Der revolutionäre Architekturstil feiert aktuell seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass luden Naturschutzzentrum und Regionalverband Mittlerer Oberrhein PH-Studenten und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums zu einem Vortrag über Bauhaus-Architektur, die von Weimar (später Dessau) aus tiefe Spuren in der Formensprache des Bauens hinterließ. So findet man heute noch in Tel Aviv mit der „weißen Stadt“ das größte Bauhaus-Ensemble der Welt. Anschließend folgte ein Zeichenworkshop unter dem Motto „Bauhaus trifft Natur“.

Der Vortrag diente als Inspiration, um eigene Ideen zu Papier zu bringen. „Unser Gebäude wurde vor 90 Jahren im Bauhausstil erbaut. Es ist eine Perle der klassischen Moderne umgeben vom ehemaligen Auenwald“, sagte Andreas Wolf, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums, eingangs. Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, informierte über Tätigkeiten der Einrichtung, ehe Ulrich Schumann, Präsident der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft in das Thema einstieg. Das Naturschutzzentrum wurde 1929 von Walter Merz als Vogelschutzwarte erreichet und bildete mit dem Rheinstrandbad ein erweitertes Ensemble. Sowohl im Bad als auch im Naturschutzzentrum spürt man förmlich das „Feng-Shui“ der 20er Jahre, das Credo „form follows function“.

Typisch für die Vogelschutzwarte sei, dass das „Gebäude aus der Funktion heraus erdacht“ sei, so Schumann. Es gebe ein verbindendes Element von Innen und außen, der Bezug zur umgebenden Natur. Klassisch seien die klare, kubistische Form, das weiße Farbkonzept, eine gewisse Asymmetrie sowie der Turm am Gebäude. „Die Vogelwarte ist ein Musterbeispiel für Bauhaus“, sagte der Referent. Das Aufbrechen des Baukörpers sowie große Fenster, die oft über Eck gehen, seien typisch für den Baustil, der zeitlos und modern wirkt. Die Dammerstock-Siedlung wiederum stehe in ihrer Funktionalität für einen „neuen Humanismus“ in der Architektur. Die Skizzen des Workshops sind vom 8. bis 22. September im Naturschutzzentrum zu sehen. -voko-

 
 

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