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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Juli 2019

Umwelt: Totholz wird zur Bedrohung

LEBENSGEFAHR IM WALD: Alte wie junge Bäume starben durch Folgen der Trockenheit, selbst wenn sie im März noch trieben. Nun sind sie ein Risiko und müssen gefällt werden. Fotos (2) : Fränkle.

LEBENSGEFAHR IM WALD: Alte wie junge Bäume starben durch Folgen der Trockenheit, selbst wenn sie im März noch trieben. Nun sind sie ein Risiko und müssen gefällt werden. Fotos (2) : Fränkle.

GESPERRT: Über Schäden und Maßnahmen berieten (v. l.) BM Lisbach, OB Mentrup, Ulrich Kienzler, Cornelia Lutz und Jürgen Unger.

GESPERRT: Über Schäden und Maßnahmen berieten (v. l.) BM Lisbach, OB Mentrup, Ulrich Kienzler, Cornelia Lutz und Jürgen Unger.

 

Trockenschäden / Waldstadtwege

Verheerend wirkt sich der vergangene Trockensommer noch immer auf den Baumbestand in der Fächerstadt aus. Besonders dramatisch sind die Folgen im „Hotspot“ Waldstadt. Da Äste und Kronen ständig abbrechen könnten, besteht Lebensgefahr. 140 Zugänge zu den charakteristischen Grünanlagen wurden gesperrt. Nun begutachtete die Stadtspitze selbst die Lage.

Um die Verkehrssicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten, müsse in „verstärktem Maße“ gefällt werden, bedauerte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup die schlimme Situation. Zudem zeige sich, dass Aufheizung und Trockenphasen zum Trend würden, auf den sich Karlsruhe „intensiv und rechtzeitig“ einstellen müsse, um eine „grüne Stadt“ zu bleiben. Für einige Baumarten müsse man zudem Alternativen suchen, die auch „in 15 Jahren noch gedeihen“ können. Zu den besonders gefährdeten Sorten gehören Buche und Kiefer. 2.000 Buchen seien allein in der Waldstadt betroffen, erklärte Jürgen Unger, beim Gartenbauamt für Baumpflege und Kontrolle zuständig. Diesen setze der Rindenkugelpilz besonders zu, der sich „radikalisiert“ habe und mit „erschreckender Geschwindigkeit“ vermehre. Noch im März hätten die Bäume getrieben, nun gebe es „kaum noch funktionsfähige“ Exemplare. Geschwächte Kiefern leiden unter dem Diplodia-Triebsterben, das erst Nadeln und dann den Rest des Gehölzes absterben lässt.

Das Problem sei indes stadtweit erkennbar. Auch in Oberreut oder Durlach werde gefällt. Stark betroffen sei zudem der Stadtwald, wie Forstamtsleiter Ulrich Kienzler bestätigte. Zwar müsse im Wald selbst nicht gesperrt werden, aber für die rund 185 Kilometer Waldrand bestehe Sicherungspflicht. Aufgrund der dramatischen Lage sprach Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach von einem „Großschadensereignis“ mit „täglich neuen Schadensmeldungen und Erkenntnissen“. Auch Gartenbauamtsleiterin Cornelia Lutz stufte die Folgen von Klimawandel und Hitzejahr als „gravierend“ ein. Einig war sich die gesamte Stadtvertretung deshalb auch, dass neben der täglichen Arbeit zur Schadensbegrenzung zukunftsfähige Konzepte erarbeitet werden müssen, um die klimafördernde und Lebensqualität bietende Wirkung des Stadtgrüns zu erhalten. Laut OB Mentrup mit „allen politischen Mitteln“. -gem-

 
 

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