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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Juli 2019

Demographie: Karlsruhe hat eine Sonderrolle

BESONDERER EFFEKT: Im Gegensatz zur Entwicklung in der Region soll in Karlsruhe der Anteil der Senioren kaum ansteigen. Foto: Fränkle

BESONDERER EFFEKT: Im Gegensatz zur Entwicklung in der Region soll in Karlsruhe der Anteil der Senioren kaum ansteigen. Foto: Fränkle

 

Trotz der Zuwanderung mehrheitlich jüngerer Menschen stellt die Alterung der Gesellschaft auch die Region zwischen Bühl und Waghäusel vor besondere Herausforderungen. Anhand von Daten der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (StaLa) informierte sich der Planungsausschuss des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein vor Kurzem über die Altersstruktur bis zum Jahr 2035.

„Wir werden zwar zahlreicher und bunter, aber mit einem steigenden Anteil an Grautönen“, kommentierte Verbandsdirektor Gerd Hager die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung. „Die Nachfrage nach Standorten für altersgerechte Wohnformen wird steigen. Dazu gehören eine gute Nahversorgung und passende Mobilitätsangebote“.

Laut StaLa soll die Anzahl der über 85-Jährigen in der Region bis zum Jahr 2035 um 15.500 im Vergleich zu 2017 steigen. Das wäre ein Anstieg um 55 Prozent. Entsprechend müssten Kapazitäten für altersgerechte Wohnformen, Pflegeeinrichtungen und Unterstützungsangebote zur selbstständigen Alltagsgestaltung massiv ausgebaut werden, gibt Gerd Hager zu bedenken. Erwartet würden auch erhebliche Auswirkungen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge - die sogenannten Babyboomer - in Rente gehen werden. Im Jahr 2035 soll dann nahezu jede dritte Person in der Region mindestens 60 Jahre alt sein (2017: 26,8 Prozent).

Bei der Betrachtung der Altersstruktur zeigt sich bei Karlsruhe ein Sondereffekt. Durch die hohe Zuwanderung vor allem junger Menschen wird der Anteil der mindestens 60-Jährigen in der Fächerstadt auch im Jahr 2035 mit rund 27 Prozent (2017: 23,7 Prozent) vergleichsweise gering ausfallen. Auch die Mittelzentren Bretten, Bruchsal und Rastatt würden dann noch eine relativ gemischte Bevölkerung aufweisen. Dagegen soll der bereits heute hohe Anteil der mindestens 60-Jährigen in Baden-Baden von derzeit etwa 33 Prozent auf 40 Prozent im Jahr 2035 steigen.

Vor dem Hintergrund der hohen Zuwanderung erwartet die Region hingegen eine stabile Entwicklung bei der Gruppe junger Menschen unter 20 Jahren, so soll deren Anzahl bis 2035 sogar um 8.600 Personen steigen und ihr Anteil dann an der Gesamtbevölkerung der Region Mittlerer Oberrhein mit rund 18 Prozent gegenüber 2017 nahezu unverändert bleiben. -red-/-trö-

 
 

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