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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Juli 2019

Stimmen aus dem Gemeinderat: GRÜNE: Sozialpässe erweitern – Kinderarmut verringern

Verena Anlauf, GRÜNE-Stadträtin

Verena Anlauf, GRÜNE-Stadträtin

 

Kinderarmut in unserem reichen Land darf nicht sein! Aber dennoch sind Kinder die größte Gruppe armer Menschen in Deutschland. Damit finden wir uns nicht ab.

Auch in Karlsruhe leben rund 4.100 Kinder bis 18 Jahren in Armut oder nahe an der Armutsgrenze. Kinder wollen vor allem eins: nicht ausgeschlossen werden, sondern dabei sein. Das wird ihnen verwehrt, wenn sie sich z.B. nach der Schule kein Eis leisten oder nicht mit ihren Freund*innen in den Zoo gehen können.

Alle Kinder gehören dazu

Armut macht mutlos. Und Kinder aus armen Haushalten sind häufig weniger gesund. Gut, dass es unsere Sozialpässe, den Karlsruher Pass und den Kinderpass, gibt. Damit können Familien, die Sozialleistungen beziehen oder 10 % über der Sozialleistungsgrenze liegen, stark reduzierte Tickets u. a. für den KVV, den Zoo und Schwimmbäder erhalten.
Das reicht allerdings nicht. Viele Familien ohne Sozialhilfe leben dennoch in armen Verhältnissen, wenn die Eltern einem der vielen Niedriglohn-Jobs nachgehen.

Sozialpässe auf 30 % erweitern

Wir GRÜNEN wollen deshalb den Karlsruher Pass auf 30 % über der Bezugsgrenze ausweiten. Damit werden Familien erreicht, die zwar über der bisherigen Bezugsgrenze liegen, aber noch innerhalb des allgemein anerkannten Armutsbereiches (unter 60 % des mittleren Einkommens in Deutschland).
Mit dieser Ausweitung verfolgen wir das Ziel, den Stress und die Belastung von Kindern und Jugendlichen aus armen Familien zu verringern und ihnen Teilhabe zu ermöglichen.

Armut spaltet die Gesellschaft

In Karlsruhe gibt es aber auch zu viele Erwachsene, die an der Grenze zur Armut leben. Eine deutliche Erhöhung der Bemessungsgrenze ist ein wichtiger Schritt, um diese Personen zu unterstützen.
Darüber hinaus soll ein fließender Übergang bei der Höhe bzw. dem Umfang der Sozialpass-Leistungen dafür sorgen, dass der Übergang zwischen „berechtigt“ und „nicht berechtigt“ abgefedert wird.
Wichtig wäre uns GRÜNEN außerdem, den Pass thematisch zu erweitern. Teilen Sie, als Leser*in dieser Zeilen, uns gern Ihre Vorschläge mit!

Eine faire Chance für jedes Kind

Wir GRÜNE setzen uns auf Bundesebene für eine Kinder-Grundsicherung und höhere Mindestlöhne ein. Die Stadt kann Armut nur begrenzt verhindern, aber sie sollte alle ihre Möglichkeiten dazu nutzen.
Die Karlsruher Pässe kann man in der Innenstadt beantragen: Beim Jugendfreizeit- und Bildungswerk jfbw, Bürgerstr. 16 (Tel. 133-5671). Lassen Sie sich beraten!

Verena Anlauf und Michael Borner
GRÜNE-Stadträtin und -Stadtrat

 
 

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