Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Juli 2019

Testfeld Autonomes Fahren: Abfahrt nach Realität

ÜBERZEUGTEN SICH vom TAF: Michael Decker (KIT), Minister Hermann, OB Mentrup, Ascan Egerer (KVV), OB Cornelia Petzold-Schick (Bruchsal), Alexander Pischon (KVV) und Marius Zöllner. Foto: Fränkle

ÜBERZEUGTEN SICH vom TAF: Michael Decker (KIT), Minister Hermann, OB Mentrup, Ascan Egerer (KVV), OB Cornelia Petzold-Schick (Bruchsal), Alexander Pischon (KVV) und Marius Zöllner. Foto: Fränkle

 

Verkehrsminister Hermann zu Besuch beim TAF BW / Karlsruhe als Labor / Bilanz nach 14 Monaten Betrieb

„Wir brauchen weniger Fahrzeuge in den Städten“, betonte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vergangene Woche bei seinem jüngsten Besuch auf dem Testfeld Autonomes Fahren (TAF BW) in Karlsruhe.

Zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Mitgliedern des Testfeld-Konsortiums zog Hermann nicht nur Bilanz nach den ersten 14 Monaten des Testfelds, sondern überzeugte sich auch auf der Straße von den technischen Fortschritten und Errungenschaften. Wichtig war ihm dabei herauszustellen, dass das Land als Geldgeber für die Forschungen vor allem den Öffentlichen Personennahverkehr im Blick habe. „Unsere Leitlinien für nachhaltige Mobilität passen bestens zu den Zielen, die auch das TAF BW verfolgt“, so Hermann.

Durch die technischen Fortschritte verspricht er sich etwa eine bessere Anbindung des ländlichen Raums an die Zentren. „Wichtige Impulse gibt es hoffentlich auch bei der Verkehrssicherheit, die vor allem im Individualverkehr und hier bereits durch eine Teilautomatisation verbessert werden kann.“ Auf dem öffentlichen Testfeld können Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittelständische Industrieunternehmen automatisiertes Fahren und Funktionen erproben.

Autonom fahrende Minibusse

Auch Testfeld-Betreiber Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) nutzt die Möglichkeiten selbst und erprobt neue Formen des ÖPNV anhand autonom fahrender Minibusse. Das TAF BW dient dabei als Reallabor. Wie OB Mentrup erläuterte, sieht auch die Stadt dies als wichtigen Baustein, damit sich Karlsruhe für Baden-Württemberg und international wettbewerbsfähig aufstellen kann. „Gerade nach den aktuellen Entwicklungen wie dem Diesel-Skandal hat dieses Ziel noch einmal an Nachdruck gewonnen.“

Nachdem das Testfeld im zurückliegenden Jahr ausgebaut wurde, sei das Projekt nun einen Schritt weiter: „Jetzt wollen wir es in der Realität erproben“, so Mentrup. Zur Verfügung stehen hierfür Autobahnabschnitte, Landes- und Bundesstraßen, innerstädtische Routen mit Rad-, Fußgänger- und Straßenbahnverkehr ebenso Tempo-30-Zonen, Wohngebiete und Parkhäuser. Die Testfeldstrecken befinden sich zwischen Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn. Auf eine Probefahrt ging dabei auch der Verkehrsminister: Per Smartphone-App rief er ein autonomes Taxi zu seinem Standort und ließ sich auf dem Campus Ost des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) automatisiert über einen Parcours chauffieren, auf dem das Fahrzeug selbstständig mit Ampeln, Fußgängern und Radfahrern kommunizierte.

Beim automatisierten Einparken demonstrierte das Gefährt, mit welcher Präzision es ohne menschliche Hilfe vorgeht. „In den vergangenen 14 Monaten sind auf dem Testfeld verschiedene Projekte angelaufen, außerdem wird es ständig weiter ausgebaut. Von autonomem Parken und Betrieb autonomer Shuttles über Erforschung rechtlicher Rahmenbedingungen bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz selbstfahrender Fahrzeuge werden in Baden-Württemberg neue Mobilitätsformen umfassend weiterentwickelt“, betonte der Leiter des Testfeld-Konsortiums Marius Zöllner, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und Professor des Karlsruher Institut für Technologie. -bea-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe