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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. August 2019

Stadtkultur: Doktor Knock in der Orgelfabrik

Foto: Thidor

Foto: Thidor

 

Im Sommer, wenn die anderen Häuser eine Pause einlegen, bringt das Theater in der Orgelfabrik (Thidor) mindestens eine Uraufführung in das historische Gemäuer am Durlacher Weiherhof.

Seit mehr als drei Jahrzehnten. Für die jetzt bereits 32. Spielzeit haben sich die beiden Thidor-Macher Gabriele Michel und Franco Rosa mit dem 1923 erschienenen „Doktor Knock“ von Jules Romains die wohl bekannteste Medizinsatire der französischen Literatur vorgenommen.

In der vielfach auf die Bühne gebrachten und verfilmten dramatischen Groteske legt Romains (1885 bis 1972) den Finger in die Wunde der intellektuellen Verführbarkeit, vordergründig durch Götter in Weiß, aber auch auf politischer Ebene. Ein verhängnisvolles Dauerthema bis in unsere Tage hinein.
Franco Rosa hat die Geschichte um den medizinischen Rattenfänger Monsieur Knock, der nach der Devise handelt „Ein gesunder Mensch ist ein Kranker, der seinen Zustand nicht kennt“, ganz auf das Thidor-Ensemble und das anheimelnd-gruselige Ambiente der Orgelfabrik zugeschnitten (unser Bild).

Dort behandelt der Scharlatan die Patienten zunächst kostenlos. Bald verehren sie ihn als Wunderheiler. Trotz der Wehwechen, die jeder bekommt. Doch es geht darum, sagt Knock, „den Sinn des Lebens in der Krankheit zu finden“. Nun, gratis sind die von ihm verordneten Therapien dann auch nicht mehr…

„Lang lebe Doktor Knock“ ist am 17., 23., 24., 30. und 31.August, sowie jeden Freitag und Samstag im September je um 20 Uhr zu sehen. Zudem bietet das Thidor in seiner „Mittwoch-Reihe“ drei Abende (28. August, 4. und 11. September) zu „Mord in der Oper“. Kartenvorbestellung unter Telefon 0721/ 401443 oder per E-Mail (orgelfabrik@t-online.de. -trö-

 
 

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