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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. August 2019

Stadtkultur: Ort partizipativer Visionen

„MOSAIC VIRUS“ am Staatstheater: Anna Ridlers Arbeit stellt Tulpen in verschiedenen Blütephasen und Farbübergängen dar. Foto: Bastian

„MOSAIC VIRUS“ am Staatstheater: Anna Ridlers Arbeit stellt Tulpen in verschiedenen Blütephasen und Farbübergängen dar. Foto: Bastian

 

„Seasons of Media Arts“ bis 15. September in der Innenstadt / Begleitprogramm

Karlsruhe will erste deutsche UNESCO Creative City of Media Arts werden und hat sich um Aufnahme in das UNESCO Creative Cities Network (UCCN) - Kategorie Medienkunst - beworben. Begleitet wird die Bewerbung neben den Schlosslichtspielen und weiteren Aktivitäten vom erstmals aufgelegten Medienkunstfestival „Seasons of Media Arts“ in der Karlsruher City.

Vom Schlossgarten über Displays in der Straßenbahn und am ZKM-Kubus bis hin zu Ladenschaufenstern: Das virtuelle Kunsterlebnis „Seasons of Media Arts“ macht Karlsruhe bis zum 15. September zu einem Ort partizipatorischer Visionen. Dabei dient die digitale Technologie nicht zum Sammeln von Daten, vielmehr geht es um Transparenz, Wissensvermittlung, Beteiligung und das Zukunftsbild einer „Digitally Connected City“, die Teilhabe und Selbstbestimmung ihrer Einwohnerschaft stärkt.

„Seasons of media arts“ sei ein völlig neues Format für künstlerische Interventionen, war Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche begeistert. Die Schau setze den ZKM-Beitrag „Die Stadt ist der Star“ zu Karlsruhes 300. Geburtstag fort. Im Gegensatz zu damals präsentiere Karlsruhe nun digitale Kunst. Und als erste Stadt nicht nur im Museum, sondern im öffentlichen Raum, erklärte ZKM-Vorstand Peter Weibel. Aha-Erlebnisse inklusive. „Die Stadt reagiert auf mich“, stellte Weibel Neugierigen als ungewöhnliche Erfahrung in Aussicht.

Er selbst hat die Arbeit „Music Passenger“ beigesteuert. Ein im Schaufenster des Musikhauses Schlaile platzierter LED-Bildschirm zeigt ein Notenpapier, dessen Linien als Sensoren fungieren. Eine unsichtbare Kamera erfasst die Körperbewegungen und Gesten von Passanten als Silhouette. Streift sie die Notenlinien, ertönt leise Musik. Wohin Wegwerfmentalität, Konsum und Hypertourismus führen können, demonstriert der niederländische Künstler Dani Ploeger in Szenarien, die über einen QR-Code an Papiereimern abrufbar sind.

Die Aussichten sind nicht rosig, Karlsruhe versinkt in dessen digitaler Apokalypse im Wüstensand. Im Rathausfoyer am Marktplatz produziert der „Content Generator III“ von Manfred Wolff-Plottegg und Richard Schaffranek Fake-News. Das webbasierte Projekt wählt nach dem Zufallsprinzip Wörter aus und erzeugt Nachrichten-Schlagzeilen. Gleichzeitig sucht der Algorithmus nach Informationsquellen, die den mehr oder minder sinnvollen Überschriften entsprechen und ihnen die Anmutung von Echtheit geben.

Flankiert wird das von ZKM, Kulturamt und weiteren Akteuren getragene Festival von Vorträgen, Workshops und Filmen sowie geführten Radtouren und Rundgängen. Zen-traler Ort ist die mobile Kreativ-Werkstatt Spacecraft_ZKM auf dem Friedrichsplatz. Näheres im Flyer sowie auf zkm.de. -maf-

 
 

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