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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. August 2019

Carl-Hofer-Schule: „Bis unter das Dach original“

BUCHPRÄSENTATION mit Autorin  Förster, BM Käuflein (r.) und Schulleiter Spatz in der Bibliothek der Carl-Hofer-Schule. Foto: Fränkle

BUCHPRÄSENTATION mit Autorin Förster, BM Käuflein (r.) und Schulleiter Spatz in der Bibliothek der Carl-Hofer-Schule. Foto: Fränkle

 

Stadtarchiv präsentiert neues Buch über Gewerbeschulgebäude am Lidellplatz

Den 100. Geburtstag der „schönsten Schule Süddeutschlands“, so der Direktor der Carl-Hofer-Schule (CHS), Joachim Spatz, bereichert auch das Buch „Das Gewerbeschulgebäude am Lidellplatz. Von der städtischen Gewerbeschule zur Carl-Hofer-Schule“.

Vorgestellt hat er es kürzlich mit Bürgermeister Albert Käuflein und Autorin Katja Förster. Sie geht in sieben Kapiteln zunächst auf die ersten Gewerbeschulen im Rathaus, am Ort der heutigen Kunsthalle und am Zirkel ein, um sich dann dem Bau am Lidellplatz, der weiteren Entwicklung der Gewerbeschulen, der CHS im Nationalsozialismus und dem beruflichen Schulwesen nach 1945 zu widmen.

Nachdem, wie Käuflein ausführte, schon seit 1769 eine architektonische Zeichenschule für Bauhandwerker existierte, verordnete Großherzog Leopold 1834, dass „in allen gewerbereicheren Städten“ des Landes „Gewerbeschulen errichtet werden“ sollten. Als schließlich 1912 der Grundstein für die Städtische Gewerbeschule, wie die CHS erst hieß, gelegt und sie bereits 1914 fertig war, hatte die Unterbringung der Verwundeten des Ersten Weltkriegs Vorrang, so dass der Schulbetrieb erst 1919 losgehen konnte. Viele Abteilungen spalteten sich als Carl Benz-, Heinrich-Hertz- und Heinrich-Hübsch-Schule ab, so dass in der heutigen CHS überwiegend künstlerische Berufe unterrichtet werden.

Die in den Achtzigern für 22 Millionen Euro sanierte neoklassizistische, mit Jugendstilelementen geschmückte Schule von Eugen Beck gehört zu den wenigen Karlsruher Gebäuden, informierte die Autorin, „die noch bis unter das Dach original erhalten sind“. Etwa mit Gemälden der Lehrer Alfred Böld, Paul Kusche und im zweiten Foyer, aus der zerstörten Festhalle gerettet, von August Hoerter. Jedes der Foyers hat einen anders gestalteten Fußboden, der mit der Decke korrespondiert.

Die Seite zum Lidellplatz mit seinem Stadtplaner Friedrich Weinbrenner zitierenden Eingang bezaubert „durch das differenzierte Spiel der Wandflächen“. An der Ostfront ist das ehemalige Portal des Krankenhauses verbaut, das der Schule weichen musste. Weitere Kleinode sind neben Lampen und Steinmetzdetails der Konferenzraum mit Jugendstiluhr, die Art-Deco-Aula, die Bibliothek mit Galerie, der Frischluft-Kuppelbau im Innenhof und die spannend austarierten Fenster und Türen in den großen, hohen Klassenräumen. -cal-

Der 16. Band der Schriftenreihe des Stadtarchivs zur Häuser- und Baugeschichte umfasst 88 Seiten für 14,80 Euro (Info Verlag).

 
 

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