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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. August 2019

Volkswohnung: Der VOWO gehört jede achte Mietwohnung

EIN WOHNBAUPROJEKT der nahen Zukunft: Noch ab diesem Jahr soll ein Daxlander Areal, das zwei Sportstätten der SG DJK/FV umfasst, zum Nutzen durch die VOLKSWOHNUNG umgestaltet werden. Foto: Fränkle

EIN WOHNBAUPROJEKT der nahen Zukunft: Noch ab diesem Jahr soll ein Daxlander Areal, das zwei Sportstätten der SG DJK/FV umfasst, zum Nutzen durch die VOLKSWOHNUNG umgestaltet werden. Foto: Fränkle

 

Stadt-Tochter gut aufgestellt / Millionen-Investitionen in neue und bestehende Quartiere

Jede achte Mietwohnung in Karlsruhe gehört der VOLKSWOHNUNG (VOWO). Mit ihren mehr als 13.200 Mietwohnungen spielt die städtische Tochter eine wichtige Rolle auf dem Wohnungsmarkt.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete von 6,05 Euro pro Quadratmeter (2018) liegt rund zwei Drittel unter dem marktüblichen Mietpreis. „Das zeigt, welch dämpfende Wirkung wir auf den Mietwohnungsmarkt ausüben“, betonte Bürgermeister Daniel Fluhrer als VOWO-Aufsichtsratsvorsitzender. Zusammen mit Geschäftsführer Stefan Storz stellte er vorige Woche „das sehr erfolgreiche Jahr 2018“ vor und gab einen Ausblick auf künftige Aktivitäten des Unternehmens.

Die VOWO werde in vielen Facetten ihrem wohnraumpolitischen, aber auch sozialen Auftrag gerecht, betonten Fluhrer und Storz. So sei es ihr in den vergangenen Jahren gelungen, mehr Sozialwohnungen zu schaffen, als sie verloren hat. „Den 794 Neubindungen oder Bindungsverlängerungen in den Jahren 2015 bis 2019 stehen 574 Bindungsausläufe entgegen“, erläuterte Fluhrer und verwies auf Rankings, wonach die soziale Mischung in Karlsruhe im Städtevergleich am besten sei. Fluhrer: „Das ist sicher ein Verdienst der VOWO, der Stadt sowie der Politik, die in Karlsruhe seit Jahren gefahren wird.“

Rund 6.000 Mietinteressierte haben sich bei der VOWO vormerken lassen. Etwa 800 Mieterwechsel gibt es pro Jahr. „Da sind wir gut beraten, viel in den Neubau zu investieren“, so Storz. Chancen bietet die Umnutzung vorhandener Flächen, aktuell etwa in Daxlanden auf früherem Sportareal. Dort ist Ende 2019 Baubeginn für 360 Wohneinheiten. Hier wie andernorts ist das Konzept über einen Architektenwettbewerb entstanden – die VOWO sieht sich der Baukultur verpflichtet.

In einem nachhaltig geplanten Quartier entstehen zumeist Mietwohnungen, nur ein kleiner Teil, 50 Einheiten, werden in den Verkauf gehen. „Unser Fokus liegt nicht im Bauträgergeschäft, sondern darauf, den Eigenbestand für Mieter zu mehren“, unterstrich Fluhrer. Mit solider wirtschaftlicher Basis könne die VOWO den Wachstumskurs gut stemmen, ergänzte Stefan Storz: „Bis 2025 werden wir über 1.390 weitere Einheiten bauen, davon mehr als die Hälfte öffentlich gefördert.“ Allein 2019 sind Investitionen von rund 65 Millionen Euro für neue Projekte und den Bestand vorgesehen.

„Doppelte Innenentwicklung“ nennen Fluhrer und Storz die VOWO-Strategie, nicht nur an Wohnraum, sondern immer auch an das Grün zu denken und gute, wertvolle Außenanlagen zu schaffen. Dort, wo die VOWO stark vertreten ist, steht Quartiersentwicklung im Fokus. „Gut versorgt daheim“ heißt für das Sozialmanagement etwa, sich um eine Vor-Ort-Struktur einer alternden Mieterschaft zu kümmern. Es gilt zudem, Nachbarschaft zu initiieren, das Ehrenamt zu stärken oder einen Jugendtreff zu betreiben, um das Zusammenleben zu fördern. Stichwort Nachhaltigkeit: Seit Oktober 2018 gibt es die Stabsstelle Nachhaltigkeitsmanagement – und seit einigen Wochen wird der Immobilienbestand ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Innovativ wolle die VOWO auch Allianzen eingehen, erläuterte Fluhrer.

Zu nennen ist die bestehende Zusammenarbeit mit karitativen Einrichtungen. Zudem will Storz für das Daxlander Neubaugebiet eine Mobilitäts-Allianz mit dem KVV schmieden. Fluhrer formulierte das Ziel, „mit klugen Modellen“ mit Baugemeinschaften zu kooperieren, um deren Strukturen zu stützen. Nur mit engagiertem VOWO-Team ist das Programm zu schaffen. Weshalb die VOWO seit März eine eigene Akademie hat, die die knapp 300 Beschäftigten fit in Mietrecht, Nachhaltigkeit oder auch Bautechnik hält. -rie-

 
 

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