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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. September 2019

Kombilösung: Neue Kriegsstraße, neue Mobilität

DECKELN: Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wird der künftige Kraftfahrzeugtunnel unter der Kriegsstraße, auf der die Bahn mit neuer Trasse Vorrang erhält, zusehends länger. Foto: KASIG

DECKELN: Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wird der künftige Kraftfahrzeugtunnel unter der Kriegsstraße, auf der die Bahn mit neuer Trasse Vorrang erhält, zusehends länger. Foto: KASIG

 

Unterführung verschwindet, Kraftfahrzeugtunnel wächst / Abrissbagger beißen sich durch 50 Jahre alten Beton der „autogerechten Innenstadt“

Am Karlstor geht es den letzten Resten der vor etwas mehr als 50 Jahren zur Bundesgartenschau errichteten Kriegsstraße mächtig an die Substanz aus Stahlbeton. Für den geplanten Kraftfahrzeugtunnel mit darüber liegender Bahntrasse. Die so komplett neue Gestalt der Kriegsstraße als zweites Hauptprojekt neben dem Bahntunnel unter Kaiserstraße und Südabzweig nimmt immer mehr Form an.

Abrissbagger mit speziellen Werkzeugen brechen im Baufeld W1, direkt östlich der Kreuzung Kriegs- und Karlstraße, die früheren Rampenwände sowie einen Teil des Deckels der bis zum Frühjahr noch genutzten Unterführung ab. Damit verschwindet nach dem bereits abgebrochenen Ettlinger Tor die zweite der Unterführungen, die vor rund einem halben Jahrhundert dafür sorgten, dass Kraftfahrzeuge im Sinne des damaligen Ideals der „autogerechten Innenstadt“ kreuzungsfrei von West nach Ost und umgekehrt rollen konnten.

Wenn die Kriegsstraße erneuert wieder in Betrieb genommen wird, hat der Öffentliche Personennahverkehr Vorrang: Dort, wo jetzt noch die Abriss-bagger tätig sind, Erdreich ausgehoben wird und das Herstellen der Weichgelsohle läuft, ist dann ein Gleisdreieck zu finden, dass die neue Trasse Kriegsstraße nach Süden und Norden mit den Gleisen in der Karlstraße verbindet.

Die anderen Kriegsstraßen-Baufel-der zur Generierung des Tunnels in offener Bauweise befinden sich in ganz unterschiedlichen Stadien: Ganz im Osten, am Mendelssohnplatz (O2), werden die letzten Tunneldeckel hergestellt. Oben auf O2, in der Mitte der Kreuzung, sind die Gleisbauer am Werk, um das hier später liegende Gleisviereck zu positionieren. Ab voraussichtlich 26. Oktober wird es zunächst in Nord-Süd-/Süd-Nord-Richtung befahrbar sein.

Parallel zum Gleisbau hat um den Mendelssohnplatz die Herstellung der endgültigen Kriegsstraßenoberfläche begonnen. In O4 zwischen Meidinger Straße und Ettlinger Tor dauert der Aushub bis zur Endtiefe der Grube an. Gleiches gilt nach erfolgreicher Dichtigkeitsprüfung für W4 westlich der Kreuzung Ettlinger Tor. Im westlichen Teil von W3 zwischen Ritterstraße und Ettlinger Tor kommt der Tunnelbau auf die Zielgerade.

Beim Innenausbau des besagten Bahntunnels schließt die Süd- jetzt zur Ost-West-Achse auf. Der Einbau des Schotters und der Gleise ist erfolgt, die Arbeiter verschweißen die Schienenstränge und richten die Gleise exakt aus. Gleichermaßen Fortschritte macht die Innengestaltung der künftigen unterirdischen Haltestellen. -red-/-mab-

 
 

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