Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. September 2019

Tag des offenen Denkmals: Moderne stand im Mittelpunkt

NEUES BAUEN in all seinen Facetten repräsentiert der Große Alker-Block zwischen Ebert-, Schwarzwald- und Klosestraße. Vom Innenhof sind Loggien und  vertikale Fensterbänder zu erkennen. Foto: Bastian

NEUES BAUEN in all seinen Facetten repräsentiert der Große Alker-Block zwischen Ebert-, Schwarzwald- und Klosestraße. Vom Innenhof sind Loggien und vertikale Fensterbänder zu erkennen. Foto: Bastian

INFOPAVILLON der Dammerstocksiedlung mit Modellen übereinander gebauter Reihenhäuser, dahinter  reelle Zeilenhäuser. Fotos: Bastian

INFOPAVILLON der Dammerstocksiedlung mit Modellen übereinander gebauter Reihenhäuser, dahinter reelle Zeilenhäuser. Fotos: Bastian

 

Großes Publikumsinteresse

Der Tag des offenen Denkmals ist für viele Karlsruherinnen und Karlsruher gesetzt. Auch Regen konnte die etwa 12.500 Interessierten nicht abhalten, am Sonntag an mehr als 70 historischen Orten in großen Gruppen und in aller „Vielfalt ein großes Stück Stadtgeschichte“ zu erkunden. Dazu hatte sie tags zuvor OB Dr. Frank Mentrup bei der Eröffnung im Museum beim Markt aufgefordert. Über eine Frankfurter Küche, Bauhausmobiliar und -inventar lässt sich dort das ganze Jahr in die zwanziger Jahre eintauchen. Deren modernes Bauen und seine Folgen, vor allem im nun 100 Jahre alten Bauhausstil, standen im Fokus.

Los ging es morgens um zehn Uhr mit den beiden 1928 und 1929 entstandenen stilreinen und denkmalgeschützten Privathäusern in der Nördlichen Hildapromenade 4 und 5. Erbaut von Schülern des Bauhausgründers Walter Gropius (Brunisch & Heidt: Nummer 4) und dem Karlsruher Architekten Fritz Rössler (Nummer 5), interessierten sich rund 40 Personen für ihre vom Würfel abgeleiteten Formen mit um die Ecke gehenden Fenstern, selbstverständlich mit Flachdach im typischen Weiß, Grau, Blau und Rot.

Innovativ waren auch Decken aus Eisenbeton, metallene, horizontale Geländer oder in Nummer 5 Zementschwemmsteine mit besonderer Wärme-Isolierung. Rössler, der diese „Bauskulptur“ für den europaweit wirkenden Bildhauer und Keramiker Emil Sutor (Schöpfer des nackten Mannes am Wildpark-Stadion, des Brunnens am Albtalbahnhof und des Bambi-Filmpreises) entwarf, wirkte auch beim Bau der Dammerstocksiedlung mit. So im Falken- oder Sperberweg. Die  nun 90 Jahre alte, wegweisende Siedlung mit ihren von Gropius und Anderen für   die Volkswohnung und Baugenossenschaften  realisierten 228 sozialen, auch aktuell beliebten, beispielhaften Wohnungen zog bis 17 Uhr über 2.000 Menschen an.

Etwa in das ehemalige Waschhaus oder die Musterwohnung, vor der sich lange Schlangen bildeten. Neues, schnörkelloses  Bauen richtete sich aber auch an gehobene Schichten, realisiert im nach wie vor gefragten Alker-Block  an der Ebertstraße in 154 großen Zwei- bis Fünfzimmer-Wohnungen. Dazu gehörten auch die  einst vom Nachfolger Hermann Alkers als Architekturprofessor an der TH, Egon Eiermann,   bewohnten zwei Atelierwohnungen. Zentralheizungen und  Loggien samt grünem, ruhigem Innenhof sorgten für angenehmes Wohnen.

Frühere Dienstmädchenzimmer in den Mansardgeschossen sind allerdings  längst Vergangenheit, zu Appartements umgebaut. Hier gab es zwei Führungen mit rund 100 Teilnehmenden. Flankiert wurde der Denkmaltag wieder in elf gut besuchten Kirchen von den Orgelspaziergängen. So waren unter anderem in St. Stephan und der Christuskirche die klangprächtigen Klais-Orgeln in vielen Klangfarben und Stilen erlebbar. -cal-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe