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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. September 2019

ZKM: Kunst im medialen Wandel

FRÜHE SCHLÜSSELWERKE DER ZKM-SAMMLUNG sind Fabrizio Plessis Wasserrad oder Nam June Paiks „Arche Noah“. Foto: Bastian

FRÜHE SCHLÜSSELWERKE DER ZKM-SAMMLUNG sind Fabrizio Plessis Wasserrad oder Nam June Paiks „Arche Noah“. Foto: Bastian

 

„Writing the History of the Future“: ZKM zeigt Hauptwerke seiner Sammlung

Das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) beherbergt eine der weltweit größten Medienkunstsammlungen. Zum 30-jährigen Bestehen schenkt es sich selbst und dem Publikum ein Wiedersehen mit den Hauptwerken der Kollektion.

Die Ausstellung „Writing the History of the Future“ zeigt, wie Künstlerinnen und Künstler aus der Gegenwart heraus die Geschichte der Zukunft schrieben und vorwegnahmen, was erst Jahre später für die digitalisierte Gesellschaft selbstverständlich wurde. Mehr als 500 Objekte aus den Bereichen Fotografie, Malerei und Skulptur ebenso wie computerbasierte Werke, Film, Holografie, Kinetische Kunst, Op-Art, Sound Art, visuelle Poesie und Videokunst verdeutlichen die Vielfalt der Künste im medialen Wandel. Geordnet nach Gattungen wie Porträt, Landschaft, Darstellung des Körpers oder Architektur, nicht nach Stilepochen.

Alles kommt einem irgendwie bekannt vor – und soll es auch. Vertraut aus den Anfangsjahren sind etwa Fabrizio Plessis mit Monitoren bestücktes stählernes Wasserrad mit dem Titel „Tempo Liquido“ (Flüssige Zeit) oder Walter Giers‘ „Babel 2“ genannter Turm aus alten Reisekoffern, aus denen babylonisches Sprachgewirr dringt. Älteren Datums und trotzdem zeitlos modern ist die „Arche Noah“ (1989) des koreanischen Künstlers Nam June Paik, die mit flimmernden Fernsehern statt biblischer Tiere beladen in einem Pflanzenmeer segelt.

Sie steht sinnbildlich für den Anspruch des ZKM, die Kunst medialen Neulands zu bewahren und vor dem Verfall zu retten. Die Schau öffne den „historischen Horizont der Diskussion um Digitalisierung“, sie schaffe „Bewusstsein für Grundlagen unserer technischen Existenz“, betonte Kuratorin Margit Rosen. Von Beginn an habe das ZKM  kunstgeschichtlich und bildungspolitisch wichtige Akzente gesetzt, unterstrich ZKM-Vorstand Peter Weibel, es sei nie „Magd des Marktes“ gewesen. „Writing the History of the Future“ läuft bis Ende Dezember. Der Eintritt ist wie bei „Open Codes“ frei, ebenso gibt es Lounge-Ecken zum Verweilen sowie Arbeitsplätze. -maf-

 
 

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