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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. September 2019

Umwelt: Einsatz für stabile Wälder

SORGENKIND HARDTWALD war Thema für (v.l.) OB Mentrup, Jürgen Unger, Klaus Weindel, BM Lisbach und Ulrich Kienzler. Foto: MMG

SORGENKIND HARDTWALD war Thema für (v.l.) OB Mentrup, Jürgen Unger, Klaus Weindel, BM Lisbach und Ulrich Kienzler. Foto: MMG

 

Stadt informiert zu Bäumen im Klimastress:

Nicht ohne Grund fand das dritte „Pressegespräch Bäume“ nahe des Karlsruher Waldzentrums statt. Unter Forstleuten gelten südlicher und nördlicher Hardtwald als Sorgenkinder, denn auf den trockenen Sandböden leiden besonders Kiefern und Buchen unter dem Klimawandel. Nun soll der Wald klima- und zukunftsgerecht umgebaut werden.

Dabei werde verstärkt auf den „Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern“ eingegangen, um ein „gemeinsames Verständnis für Notwendigkeiten“ zu schaffen, machte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup gegenüber den Medien deutlich. Dafür plädierte auch Bürgermeisterin Bettina Lisbach und verwies auf die Wichtigkeit der Wälder „als Erholungs- und Freizeiträume, als ökologische Hotspots, als Trinkwasserspeicher und als klimatische Ausgleichsräume“. Oberstes Ziel sei es „den Stadtwald mit all seinen positiven Wirkungen für Mensch und Umwelt dauerhaft zu erhalten“, so die Umweltdezernentin weiter. Momentan arbeiten Forst- und Gartenbauamt noch daran, geschädigte oder abgestorbene Bäume zu pflegen oder zu beseitigen. Dies geschieht entlang öffentlicher Verkehrswegen und viel begangener Waldwege sowie im Bereich von Bebauungen und Erholungseinrichtungen. „Innerhalb der Waldflächen selbst bleiben die meisten der abgestorbenen Bäume aber als Totholz stehen“, erklärte dazu Forstamtsleiter Ulrich Kienzler. Damit bleibt das Betreten solcher Flächen für mehrere Jahre gefährlich. Neben den notwendigen Arbeiten zur Verkehrssicherung liegt der Fokus zurzeit auf dem klimagerechten Waldumbau, samt der Auswahl geeigneter Baumarten. Bereits erkennbar sei, dass die Buche an Konkurrenzkraft verliere. Stattdessen soll die Eiche Leitbaumart werde, die jedoch ein wenig Unterstützung bei der Verbreitung brauche. Da es dieses Jahr viele Eichensämlinge mit gutem Wurzelwerk gebe, sollen diese, auch in öffentlichen Aktionen, ausgegraben und sofort an anderer, geeigneter Stelle wieder eingesetzt werden. Für die „Risikostreuung“ sei zudem das „Prinzip der Vielfalt“ wichtig, erläuterte Kienzler weiter. Und es gelte, invasive Arten wie Kermesbeere oder Traubenkirsche einzudämmen.

Lage der Stadtbäume

Zur aktuellen Situation der Stadtbäume informierte zunächst der stellvertretende Gartenbauamtsleiter Klaus Weindel. Nachdem die Arbeiten in der Waldstadt Anfang September beginnen konnten, sei nun ein „erster Eindruck“ möglich. In den leer wirkenden Flächen werde die „Naturverjüngung“ abgewartet, um dann sogenannte „Strukturbildner“ zu pflanzen. Der Leiter des Bereichs Baumpflege, Jürgen Unger, ergänzte, dass die einzelnen Anlagen nach Bearbeitung von Fäll- und Asphaltschäden abschnittsweise wieder freigegeben würden. Im gesamten Stadtgebiet müssten laut Unger etwa 1200 geschädigte Bäume gefällt werden, zwei- bis dreimal so viele wie in vorherigen Jahren. Auch hier werde beim Nachpflanzen über klimaangepasste Arten nachgedacht. Generell betonten die Fachleute, dass bei allen Maßnahmen stets auf Natur- und Artenschutz geachtet werde. -gem-

 
 

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