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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. September 2019

Gemeinderat: Lastenräder für Karlsruher Familien

MIT DEM CARGOBIKE lässt sich der Wocheneinkauf spielend CO2-frei bewältigen. Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Heiko Simayer

MIT DEM CARGOBIKE lässt sich der Wocheneinkauf spielend CO2-frei bewältigen. Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Heiko Simayer

 

Ja zum Förderprogramm

Karlsruhe setzt sich für eine nachhaltige, stadtverträgliche Mobilität ein. So sieht das die Mehrheit des Gemeinderats und beschloss jetzt das Förderprogramm Lastenräder für Karlsruher Familien.

Gefördert werden zwei- oder dreirädrige Lastenräder mit oder ohne Elektrounterstützung, bei denen der Transportzweck im Vordergrund steht. Um dies sicherzustellen, ist der Zuschuss an bestimmte Eigenschaften des Rades gekoppelt. „Andere Städte sind mit einem solchen Zuschussprogramm schon sehr erfolgreich“, betonte  OB Dr. Frank Mentrup. Gerade für den Familieneinkauf seien Lastenräder eine technisch mögliche und gesundheitsfördernde Alternative. Dem Förderprogramm stimmten alle Fraktionen - ausgenommen AfD - zu. Die Befürworter betonten den positiven Schwung für die Fahrradhautpstadt Karlsruhe und die Umsteigeanreize für (noch) Autofahrer. Und: Lastenräder machten durch ihre optisch auffällige Form alternative Möglichkeiten des Transports sichtbar.

Für die AfD stellen „die langen Monsterräder für andere Radler ein Verkehrshindernis dar“. Gegen das Programm spreche zudem, so AfD- Stadtrat Oliver Schnell, dass „Subventionierung mehr Staat bedeutet“. Ein Rad plus Anhänger sei allemal sinnvoller. Letzteres sah FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß ähnlich, seine Partei habe Bedenken, warte aber ab, ob das Zuschussangebot angenommen wird. Großes Interesse an den neuen Transportmodellen hatte die Fraktion Die LINKE, der Umsteigeanreiz vom Auto auf das Rad sei gut, meinte deren Stadträtin Mathilde Göttel. Richtig Freude kam auch bei Friedemann Kalmbach (FW/FÜR) auf. Statt Eltern-Taxi würde er zum Schulbeginn lieber Transport-Räder sehen, das sei nicht nur gesünder, sondern vor dem Schultor auch sicherer für alle. Aljoscha Löffler verband mit dem Förderprogramm mehr Präsenz von Lastenrädern im Stadtbild – was vielleicht auch beispielgebend auf Gruppen wirke, die nicht vom Zuschussprogramm profitieren, so der GRÜNE-Fraktionsvorsitzende. Er bat um regelmäßige Informationen darüber, wie das Programm angenommen wird, auch, um „rechtzeitig nachzusteuern“. Gut sei, dass nicht nur E-Bikes bezuschusst werden. Schließlich habe Karlsruhe eine Topographie, bei der man auch ohne Motor – damit ohne zusätzlichen Energieverbrauch – vorwärts komme. Die CDU wolle dem Zuschuss nicht im Weg stehen, betonte Fraktionschef Tilmann Pfannkuch. Gewissen Zweifel hegte er, ob wirklich jedes Gut richtig sicher mit einem Lastenrad befördert wird. Auch der CDU sei jeder Umsteiger willkommen, aber Mobilität auch Alternativen. Weshalb, so Pfannkuch, „bei aller Euphorie das Gesamtmobilitätskonzept intakt bleiben muss“. Die SPD zählte sich zu den Befürwortern von Lastenrädern. Gerade für Familien konnte sich Stadtrat Michael Zeh einen Einsatz gut vorstellen. Handlungsbedarf sah er wie andere bei der Stellplatzfrage. -rie-

 
 

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