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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. September 2019

Jahrespressekonferenz: Klinikum bemüht sich um Personal

IN HAUS M, hier in der Mitte vor der Kinderklinik, läuft jetzt der Innenausbau. Dort sind künftig auch Intensiv- und weitere Spezialstationen neben den normalen Pflegestationen zentralisiert. Foto: Fränkle

IN HAUS M, hier in der Mitte vor der Kinderklinik, läuft jetzt der Innenausbau. Dort sind künftig auch Intensiv- und weitere Spezialstationen neben den normalen Pflegestationen zentralisiert. Foto: Fränkle

 

Innovationen in Medizintechnik / Neubauten im Plan

Freitag, 27. September, kann das neue Herzstück des Klinikums, Haus M, ab 12 Uhr beim Baustellenfest unter die Lupe genommen werden. Bei dem 194,2 Millionen Euro-Bau läuft laut jüngster Jahrespressekonferenz nach Abschluss des Rohbaus nun die Innenausstattung nach Plan.

Fertig werden soll das 21 000 Quadratmeter große Betten- und Funktionshaus mit unter anderem 368 Betten, 20 OP-Sälen, Zentraler Sterilisation oder Erweiterung der zentralen Notaufnahme Ende 2020. Die Inbetriebnahme dauert anschließend mehrere Wochen. Ende dieses Jahres ist bereits die 15,9 Millionen Euro teure Küche vollendet, die in Haus T ab Anfang 2020 in den Probebetrieb geht.

Auf die neuen Gebäude freuten sich, so Bürgermeisterin Bettina Lisbach, die Beschäftigten, auch wegen verkürzter Wege und besserer Lagerräume. Für ihr „großes Engagement unter schwierigen Rahmenbedingungen“ dankte ihnen Lisbach sehr. Dem Mangel an Pflegekräften bei 35 vakanten Stellen begegne das stets vom Gemeinderat unterstützte Klinikum als attraktiver Arbeitgeber mit vielen Vorteilen für die 4300 Mitarbeitenden, mit Ausbildung und Weiterbeschäftigung junger Menschen sowie professioneller Werbung erklärte auch der kaufmännische Geschäftsführer Markus Heming. Er freute sich bei einer Jahresbilanz von 3,7 Millionen Euro Minus (2018)  über einen geringer als prognostiziert ausgefallenen Fehlbetrag  gegenüber dem Vorjahr (3,815 Millionen). Als in aktuellen Rankings weit vorne liegender Maximalversorger mit über 60.000 stationär und 184.000 ambulant Behandelten investiert das Klinikum stets in Zukunftstechnologien, wie der ärztliche Geschäftsführer, Uwe Spetzger, informierte. Dazu gehören in der urologischen Klinik robotergestützte, minimalinvasive Operationen, etwa zur Entfernung der Prostata oder Teilen der Niere. Oder die schonende Behandlung weniger aggressiven Prostatakrebses durch hochintensiven fokusierten Ultraschall und bei gutartiger Vergrößerung durch eine neue Wasserdampftechnik. Die altersbedingte „Makuladegeneration“ als eine der häufigsten Erblindungsursachen bekämpft die Augenklinik mit chirurgischen Innovationen. Beim Ausbau der Medizintechnik allgemein werden zur Patientensicherheit intelligente Vernetzungen, möglichst gleiche Geräte samt  einheitlichen Bedienungen angestrebt. Angeschafft werden außerdem  modernste Ultraschallgeräte und ein weiterer Magnetresonanztomograph (MRT).

Bei der Notfallversorgung Erwachsener setzt  das Klinikum mit einer „Tür an Tür-Lösung“ auf die drei Säulen der zentralen Notfallaufnahme, der Hausärztlichen Praxis/Notfallversorgung und der allgemeinärztlichen Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung. Damit soll schnell der beste Behandlungsweg gefunden werden. Denn die immer noch unterfinanzierten Notfälle sind 2018 um weitere 3,19 Prozent auf 74.500 Fälle  gestiegen. Oft werde der “Terminus Maximalversorgung missbraucht, manche Patienten könnten woanders behandelt werden“, kritisierte Spetzger. -cal-

 
 

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