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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. September 2019

Stadtplanung: Stadtbild bewahren

HOCH HINAUS wie am Hauptbahnhof soll es in Karlsruhe nur qualitätsvoll gehen. Workshop behandelte Entwicklungschancen. Foto: Knopf

HOCH HINAUS wie am Hauptbahnhof soll es in Karlsruhe nur qualitätsvoll gehen. Workshop behandelte Entwicklungschancen. Foto: Knopf

 

Potenziale und Bedingungen einer Höhenentwicklung

Zu einem öffentlichen Workshop zum Höhenentwicklungskonzept für Karlsruhe fanden sich kürzlich zahlreiche Interessierte im Stephanssaal ein. Bürgermeister Daniel Fluhrer betonte, dass es sich keineswegs um ein neues Thema für die Fächerstadt handle. „Karlsruhe hat längst eine Skyline geschickt in den Stadtkörper modelliert.“

Dem Planungsdezernenten zufolge geht es darum, wie und mit welcher Qualität man künftig die Höhe erschließen und so eine weitere Versiegelung in der Breite vermeiden kann. Fluhrer nannte mehrere Kriterien: Die Entwicklung in die Höhe müsse einen (ökologischen) Mehrwert aufweisen, zu Ort und Nachbarschaft passen, einen Beitrag zur Mobilität wie Nahverkehrsanbindung, ferner freilich Wohnraum und Gewerbepotenzial bieten. Und: „Es muss ein Beitrag zur Baukultur sein, der die Stadtentwicklung auf ein neues Level bringt.“ Moderator Markus Nollert (ETH Zürich) erklärte, dass man bewusst keine konkreten Flächen ins Visier nehmen werde, um Bodenspekulation (Negativbeispiel München) zu vermeiden. Architekt Thomas Korvári (Zürich) verwies auf bestehende Hochhäuser (Landratsamt, Rentenversicherung, Waldstadt, Rintheimer Feld). Er sprach von Tabugebieten ohne Hochhäuser und möglichen Punkten wie Stadteingänge oder -kanten. Entscheidend sei das Freihalten der Sicht von jedem Standort in den Schlossstrahlen sowie relevanter Sichtachsen auf historische Monumente.

Es bestehe wiederum die Möglichkeit moderater Häufung von Höhenakzenten an wenigen ausgewählten Orten (KIT Campus, Hafen, Beiertheimer Feld, Hauptbahnhof). Die Höhenentwicklung könne einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten. Behutsames Vorgehen mit Rücksicht auf ortsspezifische Merkmale bleibt geboten. Kovári: „Das identitätsstiftende Stadtbild soll bewahrt und durch strategisch gesetzte Höhenakzente angereichert werden.“ Den Prozess bei Investoren-Interesse machte Heike Dederer vom Stadtplanungsamt transparent: „Was bringt ein Hochhaus an dieser Stelle? Was bedeutet das für die Nachbargebäude? Was wäre der konkrete Mehrwert?“, warf sie relevante Fragen auf und ergänzte: „Dafür brauchen wir ein Instrumentarium.“ Am Areal der Tankstelle an der Yorckstraße etwa „befinden wir uns in sensiblem innerstädtischem Bereich mit wichtigen Sichtachsen“. Einen Kriterienkatalog zur Qualitätssicherung stellte Angela Wiest (Zürich) zur Diskussion. Stellwände und offenes Forum fanden regen Nutzen. Konsens war, dass Hochpunkte sehr gut im gesamtstädtischen Mix zu setzen wären. -voko-

 
 

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