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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Oktober 2019

Stadtbauforum und Kulturfrühstück: Hin zum Forum Recht

AUF DEM BGH-GELÄNDE wird vor dem Saal- und Schellingbau (links) über einen Neubau für das innovative, weithin ausstrahlende Forum Recht nachgedacht. Foto. Fränkle

AUF DEM BGH-GELÄNDE wird vor dem Saal- und Schellingbau (links) über einen Neubau für das innovative, weithin ausstrahlende Forum Recht nachgedacht. Foto. Fränkle

 

Diskussionen über Standort und kulturelle Bedeutung

Um das vom Bundestag beschlossene Forum Recht mit Hauptsitz in Karlsruhe, „unser tolles Projekt“, so OB Mentrup beim Stadtbauforum, ging es dort und beim Kulturfrühstück. Die Idee eines Hauses der Gerechtigkeit kam aus der Kulturhaupstadt-(KHS)-Bewerbung 2010.

Entstehen soll nun eine Institution in Karlsruhe und Leipzig, die „die Herausforderungen des Rechtsstaats erklärt“. Initiatoren des Forums Recht sind der Initiativkreis um den früheren Kulturbürgermeister Ullrich Eidenmüller, unter dessen Regie die KHS-Bewerbung lief, und der Bundesgerichtshof (BGH). Letzterer bringt das Gebäude, in dessen denkmalgeschützten, laut Mentrup „gruseligen“ Saal früher Spionage- und Terroristenprozesse liefen und das Rechthistorische Museum ein. Und will dem immer größeren Besuchspublikum etwas bieten. Beide entwickelten die Idee für einen, das Saalgebäude integrierenden Neubau an der Ecke zum Karlstor auf dem BGH-Gelände. Das Karlstor, führte Dr. Martin Wenz, Landesdenkmalamt, aus, habe eine städtebaulich besondere Lage, war im Lauf der Geschichte mit verschiedenen Bauten gefasst und sei jetzt „durch Abbrüche wahnsinnig entwertet“. Seine  jetzige Form werde der Historie nicht gerecht: „Hier fehlt ein Highlight“.

Der Autor des Bauteils der Machbarkeitsstudie für das Forum, Prof. Wolfgang Grether, verwies auf die laufende Sanierung des Schellingbaus an der Herrenstraße, die gute Erreichbarkeit, die Integration des Forums  in die Achse BGH – BVerfG –Schloss und seine Einzigartigkeit. Ähnliches gebe es nur in Kanada, Chile und den USA.  Allerdings seien die von ihm vorgestellten, studentischen „Massenstudien“ für die Materialisierung dieser superspannenden gesellschaftlichen Idee noch nicht stimmig“, kritisierte Baudezernent Daniel Fluhrer. Das war auch Tenor in der folgenden Diskussion, wurden die Massen als zu klotzig empfunden. Ins Spiel kam auch ein  Standort neben dem Schloss, auf den die Stadt aber laut OB Mentrup keinen Zugriff hat, um für den Neubau nicht zwölf Bäume opfern zu müssen. Zudem sollten die Parks erhalten werden. OB Mentrup sicherte bei Fällungen Ausgleichsmaßnahmen zu.

Beim Kulturfrühstück im Café der Grundrechte sah Verfassungsrichterin Prof. Dr. Susanne Bär das Forum als „Projekt, das ausgehend vom Leben der  Menschen immer wieder ihre Fragen aufnimmt und  neue, aber keine beliebigen Mechanismen für den Freiheit sichernden Rechtsstaat entwickelt“.  Kunst und Kultur „mit ihrer in Karlsruhe begeisternden Szene“ seine dabei die Partner, „die Jura braucht, um die  Leute zu begeistern.“ Denn der in manchen Ländern attackierte Rechtsstaat sei mühsam, mute den Menschen einiges zu und brauche daher Vermittlung. Das Forum symbolisiere die „Kernidee Karlsruhes als Stadt des Aufbruchs“, warf Moderatorin  Dr. Susanne Asche ein.

In der das Projekt befürwortenden Diskussion outete sich ein Zugereister als von der hohen Kulturqualität  in Karlsruhe überrascht. Ob das Forum schon europaweit wahrgenommen werde, wurde gefragt.  Antwort Baers: Noch zu wenig, aber es ziele auf die Kooperation mit französischen Gerichten. Und es gibt eine opulente Internetplattform. Livediskussionen laufen auf dem Weg dahin im Café Grundrechte des Fördervereins (www.forum-recht-karlsruhe.de) -cal-

 
 

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