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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Oktober 2019

Stimmen aus dem Gemeinderat: GRÜNE: Karlsruher Wälder und Stadtbäume erhalten

Renate Rastätter, Stadträtin, GRÜNE-Fraktion

Renate Rastätter, Stadträtin, GRÜNE-Fraktion

 

Die Folgen der klimabedingten Hitze und Trockenheit für unseren Wald und unsere Stadt werden immer bedrohlicher. Die Bäume verlieren ihre Widerstandsfähigkeit und sind anfällig für Schädlinge wie Borkenkäfer und Pilze. Im besonders trockenen Sommer 2018, gefolgt vom heißen Sommer 2019, sind deutlich mehr Bäume als sonst abgestorben oder stark geschädigt worden. Für die Zukunft werden solche Hitzeperioden immer häufiger und extremer erwartet.

Für uns GRÜNE ist neben der zentralen Herausforderung des Klimaschutzes deshalb die Stärkung der Widerstandskraft der Karlsruher Waldökosysteme die zweite wichtige Aufgabe, um der jungen Generation eine lebenswerte Zukunft in unserer Stadt zu sichern. Denn Wälder und Stadtbäume spenden Schatten und sorgen so für Abkühlung und Frischluftströme. Sie sind für den Erhalt der Biodiversität nötig und durch ihre CO2-Speicherung sind sie zum Klimaschutz unverzichtbar.

Masterplan für Waldwende

Wir Grüne haben deshalb einen Masterplan für den Waldumbau und den Erhalt der Straßenbäume beantragt, der neben den Handlungsperspektiven auch die Berechnung der erforderlichen finanziellen Mittel zur Umsetzung enthält.
Wir GRÜNE begrüßen es, dass die Stadtverwaltung zugesagt hat, unter der Federführung des Forstamts ein Konzept für den klimaangepassten Waldumbau im Stadtwald zu erarbeiten. Es soll Bestandteil des städtischen Klimaschutzkonzepts werden.

Mehr Wald und Stadtbäume

Durch die Stellungnahme der Stadtverwaltung liegen nun die konkreten Zahlen der „Umwandlung“ von Waldflächen für Baumaßnahmen in den letzten zehn Jahren sowie geplante weitere Waldverluste vor. Erschreckend ist dabei, dass bislang nicht einmal ausreichender Ersatz für alle wegfallenden Waldflächen geschaffen wurde.
Wir GRÜNE fordern deshalb eine Ausweitung von Waldflächen und mehr Stadtbäume. Die Stadtverwaltung hat zugesagt, im Zuge des Freiraumentwicklungskonzepts eine „stadtweite Konzeption für die Auswahl möglicher Flächen, die für eine Aufforstung sowie für die Erweiterung bestehender Waldflächen infrage kommen“ zu erstellen. Außerdem soll auch „das Straßennetz und das Netz öffentlicher Grünflächen auf Möglichkeiten von weiteren Baumpflanzungen untersucht werden“. Dazu gehört auch die Erweiterung des Wurzelraums der Stadtbäume sowie neue Bewässerungssysteme. Denn neben den klimabedingten Belastungen sind die Stadtbäume zusätzlich durch extrem ungünstige Standortfaktoren im Dauerstress. Wir GRÜNE werden mit Nachdruck die konsequente Umsetzung dieser Ziele unterstützen.

Die Stadtgesellschaft einbinden

Viele Bürger*innen, die Bürgervereine und die Umweltverbände wollen sich aktiv für Schutzmaßnahmen für den Wald und die Stadtbäume einsetzen. Die Stadtverwaltung hat zugesagt, vielfältige Beteiligungsformate für die Bevölkerung anzubieten. Zudem setzt sie sich nach der Beendigung des bewährten Einheitsforstamts für enge Kooperation der Verwaltungen von Stadt- und Staatswald ein.

Waldwende finanzieren

Die Wiederbewaldung geschädigter Flächen und der langfristige Umbau des Waldes zu klimastabilen Mischwäldern wird sehr zeit- und kostenintensiv sein. Bis zum Doppelhaushalt 2021/2022 wird voraussichtlich der Finanzbedarf dafür vorliegen. Dringend notwendige Maßnahmen dulden aber keinen Aufschub. Sie müssen sofort finanziert werden. Wir GRÜNE hoffen dazu auf Mehrheiten im Gemeinderat. Denn Klimaschutz und Erhalt der Wälder sind von existenzieller Bedeutung für alle Menschen in unserer Stadt.

Renate Rastätter
Stadträtin
GRÜNE-Fraktion

 
 

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