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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Oktober 2019

ZKM: Blick auf Mobilität der Zukunft

PODIUMSDISKUSSION: Teilnehmer im ZKM-Medientheater waren (v.l.) Moderator Markus Brock, Alexander Pischon (VBK), Andreas Urs Sommer (Uni Freiburg), Eric Sax (KIT) und Barbara Deml (KIT). Foto: Knopf

PODIUMSDISKUSSION: Teilnehmer im ZKM-Medientheater waren (v.l.) Moderator Markus Brock, Alexander Pischon (VBK), Andreas Urs Sommer (Uni Freiburg), Eric Sax (KIT) und Barbara Deml (KIT). Foto: Knopf

 

Podiumsdiskussion im ZKM / Autonomes Fahren in vielen Facetten beleuchtet

Zu einem aktuellen Thema lud kürzlich das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) ein. Unter dem Slogan „Back to the Future – wie wird autonomes Fahren unser Leben verändern?“ diskutierten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Publikum.

Karlsruhe wurde von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften gezielt für das Forum gewählt, da hier seit 2018 das Testfeld Autonomes Fahren erprobt wird. „Autonomes Fahren wird die Welt verändern. Aber was birgt es für Risiken?“, fragte eingangs Moderator Markus Brock.

Erhellend war bereits der Impulsvortrag von Karl-Heinz Streibich, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. „KI als Baustein für Autonomes Fahren“ war sein Thema. Er nannte vier Kernpunkte: Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer, Automatisierung, Shared Mobility (App mit der man das gewünschte Vehikel nach Bedarf bestellt) und Elektrifizierung. „Die Herausforderungen für das Mobilitätssystem der Zukunft sind immens“, resümierte er und fügte einen Punkt hinzu, der ihn irritiere. Nicht die 1,2 Millionen Verkehrstoten weltweit jährlich, sondern die Klimakrise sei Antreiber für den Wandel.

Digitalisierung und KI seien die Elemente neuer mobiler Konzepte. Konkret nannte er dynamische Fahrspuren, intelligente Ampelschaltung, Sharing-Flotten oder schlaue Parkraumkonzepte.
Ethischen Fragen widmete sich Armin Grunwald, Professor für Technikphilosophie (KIT). Er berichtete vom vielzitierten Ethik-Dilemma. Das „autonome Fahrzeug“ müsse sich entscheiden, wen es in misslicher Lage überfahre – Oma oder spielendes Kind? „Diese Problematik stellt sich so nicht, das Beispiel taugt nur zum Skandalisieren. Wollen sie einen Bordcomputer vor Gericht stellen?“, fragte er rhetorisch. Wichtig sei es, dass keine Verantwortungslücken (bei der Programmierung der Software) entstünden. Für die Zukunft sah er noch etliche Jahre Mischverkehr voraus.

„In Polen fuhren lange Autos und Pferdekutschen nebeneinander.“ Alexander Pischon (VBK) sagte, er könne sich vorstellen, dass man in Zukunft ergänzend autonome Mini-Shuttles on-demand ordern könne. Thematisiert wurde auch das Konzept Oslos, das plant, den PKW-Verkehr in der City zu verbieten und nur noch Shuttles zuzulassen. Professor Eric Sax (KIT) betonte, da Sicherheit als oberstes Prinzip gelte, werde sich der Verkehr künftig viel langsamer durch die Stadt bewegen. Professor Barbara Deml (KIT) betonte, Sharing heiße bekanntlich teilen, die wollten vielleicht nicht. Brock warf ein, dass das Fahrzeug eher Stehzeug heißen müsse, denn 23 Stunden sei es geparkt. Etliches wurde diskutiert, mit oft unterschiedlichen Meinungen. Während ein Bürger vermutete, E-Mobilität werde schnell Realität („mit den Smartphones ging es auch rasant voran“), sah ein anderer in zehn Jahren noch keine E-Flotte, sondern eher gemischten Verkehr von „fossilen“ PKW und E-Mobilen. -voko-

 
 

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