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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Oktober 2019

Klärwerk: Millioneninvestition für die Umwelt

DIE FILTRATIONSSTUFE  im Klärwerk erklärt Albrecht Dörr (r.) vor Ort Mühlstädt-Grimm und OB Mentrup. Foto: Fränkle

DIE FILTRATIONSSTUFE im Klärwerk erklärt Albrecht Dörr (r.) vor Ort Mühlstädt-Grimm und OB Mentrup. Foto: Fränkle

 

Im Klärwerk ging Flockungs-Filtrationsanlage zur Nährstoffelimination in Betrieb

Unter den 22 Kläranlagen im Land ist die Karlsruher die zweitgrößte. Sie reinigt jährlich 35 Millionen, täglich 100 000 Kubikmeter Abwasser von 875.000 Menschen. Um sie als äußerst wichtigste städtische Infrastruktureinrichtung zum Schutz der Umwelt stets auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, nahmen OB Dr. Frank Mentrup und Vizeregierungspräsidentin Gabriela Mühlstadt-Grimm am Montag im Rahmen des Baus der vierten Reinigungsstufe die rund 36 Millionen teure, 60 mal 60 Meter große Filtration in Betrieb.

Mit drei Jahren Verzögerung wegen einer den Keller mit 40 Pumpen zerstörenden Starkregenüberflutung 2016. Dabei liege, so Mentrup „der bauliche Schwerpunkt auf der Reduzierung der Stickstoffbelastung“, da Phosphor für das Pflanzenwachstum und die Eutrophierung der Gewässer verantwortlich ist. Die in warmen Sommern noch schneller geht. Der bereits 2012 beantragte Bau der Filtration sei „sehr vorausschauend“ gewesen, bestätigte Mühlstädt-Grimm, denn es habe damals die inzwischen existierenden gesetzlichen Grundlagen noch nicht gegeben. Wir „brauchen eine zukunftsweisende Abwasserbehandlung, um möglichst viel für die Erhaltung der Umwelt, etwa die Wasserqualität der Alb zu tun“.

Daher fördere das Land das Vorhaben zu 20 Prozent. In der Filtration wird das Schmutzwasser durch eine jeweils unterschiedlich durchlässige Sand- und Anthrazitschicht (letztere für den groben Dreck) geleitet und anschließend abgepumpt. Die Rückstände werden in der klärwerkseigenen Verbrennungsanlage entsorgt, das gereinigte Wasser als Spülwasser verwandt, erklärte der Leiter der Stadtentwässerung, Albrecht Dörr.

Voraussichtlich 2021 geht dann die mit rund 32 Millionen veranschlagte Aktivkohle-Adsorptionsanlage samt verbindenden Rohrleitungen (fünf Millionen) ans Netz. Sie dürfe erst realisiert werden, wenn die Filtrationsanlage die Akivkohle aus dem Abwasserstrom entnehmen könne, informierte  der OB. Dann kann die vierte Reinigungsstufe Hormone, Arzneimittel oder Pestizide zu 80 Prozent aus dem Wasser filtern.  Der Rest wie Röntgenkontrastmittel bleibe nicht im Sand, erklärte Dörr, ebenso wie nicht im Körper als quasi menschlicher Kläranlage. -cal-

 
 

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