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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2019

100 Jahre AWO: Prinzipien und Idee hoch aktuell

GEGRÜNDET 1919, um größte Not zu lindern, feierten nun unter anderem OB Mentrup (l.) und Minister Lucha (5.v.l.) 100 Jahre AWO mit Stadt-Vorsitzender Geiger (r.) und „Marie Juchacz“ (l. daneben). Foto: Fränkle

GEGRÜNDET 1919, um größte Not zu lindern, feierten nun unter anderem OB Mentrup (l.) und Minister Lucha (5.v.l.) 100 Jahre AWO mit Stadt-Vorsitzender Geiger (r.) und „Marie Juchacz“ (l. daneben). Foto: Fränkle

 

AWO Baden und Württemberg feiern 100. Verbandsgeburtstag in der Schwarzwaldhalle

Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit: Fünf Leitziele und Säulen der hundertjährigen Arbeiterwohlfahrt (AWO). Immer wieder tauchten diese „aktueller denn je“ auf, als die Bezirksverbände Baden und Württemberg das Jubiläum vorigen Freitag in der Schwarzwaldhalle wie Revue und entschlossen appellierend feierten.

„Eine Idee, die heute noch so frisch und wertvoll ist wie vor 100 Jahren muss eine gute sein“, würdigte OB Dr. Frank Mentrup das 1919 initiierte wie das heutige Engagement. Besonders und stellvertretend dankte er der AWO-Vorsitzenden Karlsruhe-Stadt, Angela Geiger, die entscheidend etwa Kinderpass und Wohnraumakquise mit geschaffen habe.

Kinder wie arbeitende Arme, deren Unterstützung der Gemeinderat jüngst auf Vorlage beschloss, bräuchten noch intensivere Aufmerksamkeit. Für Politik und Verwaltung sagte Mentrup dankbar mahnend: „Ich fühle uns aufgefordert, unseren Job zu machen, damit die AWO ihren machen kann.“

Auf der Festaktbühne interagierten zu „100 Jahre AWO in 100 Minuten“ in den Hauptrollen „Gründerin Marie Juchacz“ und „die Geschichte“, ergänzt auch durch Aktive sowie zeitgenössische und aussagekräftige Live-Musik, dazu Originaldokumente. Auch zum dunklen Kapitel, da das NS-Regime die AWO, die sich nicht gleichschalten ließ, zerschlug. Bei damals rund 135.000 ehrenamtlich Mitwirkenden (heute etwa 330.000, dazu mehr als 200.000 Hauptamtliche) und Millionen Bedürftigen, etwa 20 waren es zur Weltwirtschaftskrise.

Wiederbelebt 1946, und 1990 auch in den neuen Bundesländern, ist der Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege längst ein facettenreiches Unternehmen. Aber „kein Verband, der auf Rendite zielt“, betonte Wilfried Pfeiffer, Vorsitzender des Bezirksverbands Baden. Dessen Geschäftsführer, Klaus Dahlmeyer, hob „das Privileg“ hervor, Einnahmen abseits der Fixkosten eins zu eins in Projekte einfließen lassen zu können.

In sechs, sieben Jahren drohe aber „akuter Versorgungsnotstand“. Da nicht nur Fach-, auch zusehends Hilfskräfte fehlten. Traditionell in der Altenhilfe stark, spielen Kinderbetreuung, Jugend-, Behinderten-, Flüchtlingshilfe ebenfalls eine große Rolle. Landessozialminister Manne Lucha sieht keine Ränder – „alles geschieht in der Mitte der Gesellschaft“. Wichtig sei, „respektvoll und achtsam“ zu sein, sich den sozialen Herausforderungen zu stellen wie es die AWO tue – seit jeher und weiter. -mab-

 
 

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