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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2019

Einbürgerungsfeier: „Lassen Sie uns Frieden stiften“

WILLKOMMENSFEIER: Integrationsbeauftragte Meri Uhlig und Bürgermeister Daniel Fluhrer übergaben Toygun Kirali und dessen Frau Sofja symbolisch die Einbürgerungsurkunde (von links). Foto: Fränkle

WILLKOMMENSFEIER: Integrationsbeauftragte Meri Uhlig und Bürgermeister Daniel Fluhrer übergaben Toygun Kirali und dessen Frau Sofja symbolisch die Einbürgerungsurkunde (von links). Foto: Fränkle

 

Feier für Neueingebürgerte / BM Fluhrer: Bereicherung für Stadtgesellschaft

Es sind Momente für das Familienalbum und solche mit hoher Symbolkraft. Immer wieder wurden bei der Einbürgerungsfeier im vollbesetzten Bürgersaal des Rathauses Smartphones gezückt. Die traditionelle städtische Würdigung in stilvollem Rahmen mit musikalischen Einlagen des Helmholtz-Orchesters verdiente es, in Bild und Ton festgehalten zu werden.

Zwischen Mai und September 2019 haben 281 Karlsruherinnen und Karlsruher die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und sich damit zu ihrer neuen Heimat bekannt. Einige der jetzt Eingebürgerten sind hier geboren, zum Studium oder der Liebe wegen nach Karlsruhe gekommen. Andere flohen vor Krieg, Gewalt und Verfolgung, suchten ein besseres Leben für sich und ihre Kinder.

Über 100 Nationen lebten in Karlsruhe friedlich zusammen, nun seien auch sie wertvoller Teil der Stadtgesellschaft und „eine große Bereicherung“, sagte Bürgermeister Daniel Fluhrer bei der Begrüßung. Mit dem deutschen Pass verbunden seien Rechte und Pflichten, vor allem aber das Wahlrecht. Es ermögliche jedem, die Politik mitzugestalten, „bringen Sie sich also ein“ mit ihrer Geschichte, ihren Begabungen, Ideen und Sprachkenntnissen, ermunterte Fluhrer zum Mittun. Kulturelle Vielfalt mache die DNA Karlsruhes aus, „lassen Sie uns gemeinsam Frieden stiften statt Hass säen“.

Einer, dessen Träume sich fern der „ersten“ Heimat erfüllt haben, sprach anschließend stellvertretend für alle Neu-Bürger. Toygun Kirali, im türkischen Ankara als Sohn eines Diplomatenpaars geboren, kam als Zehnjähriger nach Deutschland, machte Abitur am Helmholtz-Gymnasium. Es folgten Musikstudien in Karlsruhe und Weimar sowie ein Bachelor-Studium zum Tonmeister in Detmold.

Mit dem Begriff „Heimat“ verbindet Kirali ein „Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit“, ebenso wichtige Menschen wie „die tollen Lehrer während meiner Schulzeit“ oder langjährige Freunde. „Geben Sie Ihre Wurzeln nicht auf“, appellierte er an die Menschen im Saal alles das, was sie ausmache und sie aus ihren Kulturkreisen mitbrächten, „gewinnbringend“ für die Gemeinschaft einzusetzen. „Beschleuniger“ seiner Integration sei sicher seine Musikalität gewesen, die Sprache der Musik sei weltweit der wichtigste Übersetzer. -maf-

 
 

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