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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. November 2019

leih.lokal: Kostenlos ausleihen und reparieren

LEIHEN STATT KAUFEN: Im leih.lokal der Bürgerstiftung in der Gerwigstraße 41 werden alle Gebrauchsartikel gebührenfrei ausgegeben. Foto: Fränkle

LEIHEN STATT KAUFEN: Im leih.lokal der Bürgerstiftung in der Gerwigstraße 41 werden alle Gebrauchsartikel gebührenfrei ausgegeben. Foto: Fränkle

 

Städtischer Zuschuss für leih.lokal und ReparaturCafé: Hauptausschuss bewilligt je 10.000 Euro für 2019 und 2020 / Raumnutzung erhöhen

Seit einem Jahr bietet die Bürgerstiftung Karlsruhe im „leih.lokal“ in der Gerwigstraße 41 Gebrauchsgegenstände an, die kostenlos geliehen werden können. Das Angebot reicht von der Babywippe über Bohrmaschinen und Haushaltsartikel bis hin zu Gitarren oder Laubbläsern.

Daneben können in den ehemaligen Räumen der Metzgerei Bäßler Bürgerinnen und Bürger im „ReparaturCafé“ kaputte Gegenstände wie Kleinmöbel, Fahrräder, aber auch Tassen wieder fit für den weiteren Gebrauch machen. Da der Leihladen nur geringe Spenden erhält, konnte zuletzt allenfalls ein Drittel der laufenden Kosten getragen werden. Für rund 800 Euro mussten die Ehrenamtlichen selbst aufkommen. Das kann ihnen naturgemäß nicht zugemutet werden und vor allem kein Dauerzustand sein. So stand die Fortführung des Angebots schon bald in Frage.

„Leihe und Reparatur spart CO2, die bei Herstellung und Vertrieb anfallen, und entlastet so insgesamt die Umwelt“, hatte die SPD-Gemeinderatsfraktion deshalb beantragt, das ehrenamtliche Engagement aus dem Karlsruher Klimaschutzfonds 2019 und 2020 mit jeweils 10.000 Euro zu fördern. Für eine direkte Förderung aus dem städtischen Haushalt sprach sich in einem Ergänzungsantrag die LINKE-Gemeinderatsfraktion aus. Die Stadtverwaltung begrüßte den Leihladen als „grundsätzlich sinnvolle Einrichtung im Sinne von ‚Teilen statt Besitzen‘ und zur Schonung von Ressourcen“, sah allerdings „keine Möglichkeit jedes sinnvolle und von der Bürgerschaft initiierte Projekt dauerhaft durch den städtischen Haushalt abzusichern“.

Gleichwohl betonte Johannes Honné (GRÜNE): „Das ist nicht nur für die Versorgung des Stadtteils wichtig.“ Ebenso „eine stadtweite Strahlkraft“ attestierte Yvette Melchien (SPD) und sprach sich dafür aus, bei den nächsten Haushaltsberatungen Fondsmittel für Sharing-Projekte im Auge zu behalten. Der Leihladen steht in Konkurrenz zu geschäftlichen Anbietern, gab Oliver Schnell (AfD) zu bedenken. Zudem sprach er sich gegen die Unterstützung eines Konzepts aus, das nicht funktioniere. „Bundesweit gibt es kein vergleichbares Projekt, das ohne Unterstützung auskommt“, empfahl Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, die Unterstützung zunächst für zwei Jahre zu gewähren und dann weiter zu sehen. Grundsätzliche Entwicklungsmöglichkeiten zeigte er sowohl beim Werben um Spenden als auch bei der Vermietung der Räumlichkeiten für soziale, kulturelle und private Veranstaltungen auf.
„Sehr angetan“ war auch Thomas H. Hock (FDP) vom Projekt und von den Aktiven, die sich mit viel Herzblut und Engagement einbringen. Bei einer Gegenstimme wurde die Unterstützung aus dem städtischen Haushalt für das laufende wie das kommende Jahr beschlossen. -fis-

 
 

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