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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Dezember 2019

Klimaschutzkonzept 2030: Klimaforum für Bürgerinnen und Bürger

DAS BETEILIGUNGSVERFAHREN zum Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030 läuft noch bis 26. Januar. Foto: Stadt Karlsruhe

DAS BETEILIGUNGSVERFAHREN zum Klimaschutzkonzept Karlsruhe 2030 läuft noch bis 26. Januar. Foto: Stadt Karlsruhe

 

Online-Beteiligung läuft noch bis 26. Januar: Vorschläge und Maßnahmen einbringen

Für „die supertolle kreative Atmosphäre“ beim Klimaforum vorige Woche Freitag bedankte sich Bürgermeisterin Bettina Lisbach bei den rund 240 Teilnehmenden. Dabei ging es, betonte OB Dr. Frank Mentrup, um „die existentielle Frage der Zukunft unseres Planeten“.

Allen müsse bewusst werden, erklärte das Stadtoberhaupt aus deutscher Sicht, dass „wir  zu den größten Sündern gehören, deshalb unseren Beitrag leisten und das vorleben müssen, was wir von Anderen erwarten“. So sei „unser Leben auf Kosten der Anderen“ zu ändern. Mit Lisbach und den Geschäftsführer der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur, Dirk Vogeley, rief er dazu auf, „in der Familie und am Arbeitsplatz alle mitzuziehen“ und bis 26. Januar im Bürgerportal (beteiligung.karlsru-he.de) konkrete Kommentare zum Entwurf  des Klimaschutzkonzepts 2030 abzugeben oder sogar neue Maßnahmen zu formulieren. Zudem forderte der OB  dazu auf, sich im städtischen Online-Angebot gut zu informieren und zu handeln. Denn zwei Prozent könne die Stadt tun, „die restlichen 98 Prozent“ müssten „Sie“ übernehmen, lägen bei der Stadtgesellschaft.

Nach der Einführung durch Lisbach kamen an den neun Stationen im Klimaforum jede Menge Ideen auf, wie das funktionieren kann. So sollten etwa Photovoltaik (PV), Geothermie und Fernwärme, letztere umgestellt auf CO2-freie Produktion, Säulen künftiger Energieversorgung bilden, Windenergie geprüft werden und Bürgergenossenschaften entstehen. Voraussetzung auch für energieeffizientes Bauen und Sanieren, ebenso wie Nahwärme im Bestand, Baustoffe wie Holz, Nachverdichtung oder eine durch Contractingmodelle erleichterte Sanierungsoffensive. Der Klimaallianz mit der Wirtschaft traten spontan gleich zwei Firmen bei. Gewünscht wurde die alleinige Ansiedlung klimafreundlicher, transparenter Firmen, auch mit nutzbarer Abwärme. Auf das größte Interesse stieß nachhaltige Mobilität. Vorschläge waren die autofreie Innenstadt, stadtteilbezogene Mobilitätskonzepte, Vorrang des Rad- und Fußverkehrs vor dem Autofahren,  Fahrradhauptstraßen, Reduzierung der CO2-ausstoßen-den Fahrzeuge um zwei Drittel oder Tempo-20-Zonen. Als „Knaller“ erwies sich ein kostenloser und stetig ausgebauter ÖPNV. Gefragt waren Expresslinien für Pendler, einfachere Tarife und solche für Kurzstrecken außerhalb Karlsruhes sowie mehr Pendlerparkplätze. Neu ausgerichtet werden solle die Energie- und Erstberatung mit vielen Akteuren. Um bis 2040 klimaneutral zu werden, setzt die Stadtverwaltung vieles bereits um, arbeitet etwa an emissionsfreien Gebäuden und Mobilität. Weiter verbessert werden sollten nachhaltige Beschaffung, Mehrwegsysteme und die Qualität regional erzeugten Essens in Schulen, Kitas und Kantinen, auch durch ständige Kontrolle der Caterer. Sonstige Themen waren beispielsweise Fonds, Reduzierung von Plastikflaschen, Chancengleichheit wie im Leihladen oder Humusaufbau der Böden. -cal-

 
 

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