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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Dezember 2019

Stadt und Polizei im Schulterschluss: Aufklärung und Kontrolle

INFO AUF DEM MARKTPLATZ: Beim Präventionsmobil der Polizei stehen Gespräche, nicht Sanktionen im Vordergrund. Foto: Münster

INFO AUF DEM MARKTPLATZ: Beim Präventionsmobil der Polizei stehen Gespräche, nicht Sanktionen im Vordergrund. Foto: Münster

 

Verkehrssicherheit durch Rücksichtnahme / Neben Fahrrädern auch E-Scooter im Fokus

„Wir informieren“ und „wir kontrollieren“. Diesen zwei Botschaften verlieh Bürgermeister Dr. Albert Käuflein beim gemeinsamen Pressegespräch von Stadt und Polizei zum Thema Verkehrssicherheit Nachdruck. Im Fokus standen Fahrräder und E-Scooter, denn bei diesen gebe es immer wieder Beschwerden über rücksichtsloses Verhalten.

Ein Grund dafür könnte sein, dass in Karlsruhe immer mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind. Dies sei laut BM Käuflein „sehr erfreulich“, und grundsätzlich wünsche sich die Stadt auch aus Klimaschutzgründen „eine weitere Zunahme des Radverkehrs“. Aber „nicht alle halten sich an die Regeln“, was zu Spannungen führe. Bei E-Tretrollern tue sich nun ein „ähnliches Konfliktpotenzial“ auf. Besonders problematisch sei hier, dass oftmals Unsicherheit darüber bestehe, wo gefahren und geparkt werden darf und wer überhaupt mit den Rollern unterwegs sein kann. Darüber werde nun verstärkt aufgeklärt, versicherte Käuflein, unterstrich aber auch, dass die Stadt entschlossen sei, „diese Regeln zu kontrollieren und durchzusetzen“.

Ordnungsamtsleiter Dr. Björn Weiße unterstützte dieses Anliegen. Mehrmals am Tag gingen beim Ordnungsamt „erhebliche Beschwerden ein“, insbesondere über „rücksichtslose Radfahrende“ aber auch E-Scooter kämen vermehrt hinzu. Dabei falle auf, dass die Beschuldigten wenig Verständnis aufbrächten. Oft ginge es um unerlaubtes Fahren auf Gehwegen und in Fußgängerbereichen sowie das Fahren ohne Licht. Neu sei das „rücksichtslose Abstellen“ von E-Rollern. Auch Weiße betonte, dass Unsicherheit bei Regelungen bestehe und klärte auf, dass E-Scooter zwar genau wie Fahrräder „verpflichtend auf Radwegen“ fahren müssen und „auch beim Abstellen gleichgestellt seien“, aber Freigaben für den Radverkehr, zum Beispiel zu gewissen Tageszeiten in Fußgängerzonen und Einbahnstraßen, nicht gelten.

Unfälle und Verstöße
Sie seien eben „auch ein Kraftfahrzeug“, bekräftigte Polizeidirektor Martin Plate, der Zahlen zu Unfällen und Verstößen lieferte. Seit E-Roller vor wenigen Monaten in Karlsruhe zugelassen wurden, seien bereits 120 Verstöße mit „schwerwiegenden Sachverhalten“ festgehalten worden. Dazu zählt das Fahren über rote Ampeln oder ohne Versicherung (private Roller). Aber mit 30 Verstößen spiele auch Trunkenheit eine große Rolle. In 15 Fällen wurde den Betrunkenen sogar der Führerschein entzogen. Unfälle gebe es aber noch häufiger beim Radverkehr. Vergangenes Jahr stieg die Zahl auf 684, für 2019 ist Ähnliches prognostiziert. Zwischen 50 und 60 Prozent der Unfälle verursachten Radfahrende selbst, erläuterte Plate. Unfällen und Verstößen wolle die Polizei in Zukunft durch stärkere Kontrollen, aber auch präventive Aufklärungsmaßnahmen begegnen. Dabei stehen sie im Schulterschluss mit der Stadt, die sich laut Weiße mehr „Regelakzeptanz“ erhofft. -gem-

 
 

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