Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Januar 2021

Badisches Staatstheater: Im Frühjahr soll Klarheit herrschen

BAUSTELLE STAATSTHEATER: Die gestiegenen Kosten für die Generalsanierung beschäftigten einmal mehr den Gemeinderat. Foto: Steffler

BAUSTELLE STAATSTHEATER: Die gestiegenen Kosten für die Generalsanierung beschäftigten einmal mehr den Gemeinderat. Foto: Steffler

 

Kosten für Sanierung und Neubau des Badischen Staatstheaters erneut im Vergleich und auf dem Prüfstand

Die Generalsanierung des Badischen Staatstheaters wird deutlich teurer als zunächst angenommen, die auf zehn Jahre Bauzeit kalkulierten Kosten belaufen sich mittlerweile auf knapp 500 Millionen Euro. Ein Wendepunkt für die FW/FÜR-Fraktion, die in der Dezembersitzung des Gemeinderats die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellte und tiefgehend zu prüfen bat, ob ein mit geringeren Risiken behafteter Neubau in der Gesamtbetrachtung nicht doch günstiger sei.

Die Stadt Karlsruhe hat das Land, mit dem es sich die Investition hälftig teilt, deshalb erneut um eine Gegenüberstellung beider Szenarien gebeten. Dabei solle auch eine Rolle spielen, ob der Neubau am jetzigen Standort oder andernorts erfolge. Das Ergebnis „im Kontext einer ausführlichen Darstellung zum aktuellen Projektstand, zur Kostenentwicklung und zu Interimslösungen“ werde am 4. Mai zur Vorberatung im Fachgremium präsentiert, am 18. Mai entscheide der Gemeinderat darüber, kündigte OB Dr. Frank Mentrup in der öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses am Dienstag an.

Einverstanden war damit Friedemann Kalmbach für die Antragssteller. Es gelte aus Erfahrungen zu lernen, diente ihm der Umbau der Stadthalle als Negativbeispiel, das früherer Umsteuerung bedurft hätte. Die aktuelle Analyse war auch im Sinne der Stadträte Lukas Bimmerle (DIE LINKE), Thomas Hock (FDP), Dr. Paul Schmidt (AfD) und Aljoscha Löffler (Grüne). So oder so sah Letzterer bei der Neubauvariante jedoch keine Alternative zum jetzigen Standort, da Flächen dieser Größenordnung fehlten. Wie die FW/FÜR-Fraktion wollte CDU-Stadtrat Detlef Hofmann in den kommenden vier Monaten von Beauftragungen absehen, die Spielräume so einengten, dass nur das Prinzip „Augen zu und durch“ bleibe. Und das bei derzeit „herumgeisternden“ Kostenprognosen von 750 Millionen Euro.

Woher derlei unbelegte Zahlen kämen, wollte eine darüber „erschrockene“ und „sehr verärgerte“ Elke Ernemann (SPD) wissen. So etwas erzeuge Stimmung in den Sozialen Medien und führe zu unnötigen Spekulationen. Für Ulrike Schlenker, Leiterin der Stabsstelle Projektcontrolling, gelten nach wie vor die offiziell vom Finanzministerium veröffentlichten Summen. Bis es zu einer möglichen Neubewertung komme, vergebe die Stadt „in kleinerem Umfang“ weitere Leistungen, ansonsten verzögere sich der Baubeginn Schlenker zufolge. Bisher sei es vor allem darum gegangen, den komplexen Prozess auf ein „vernünftiges Zeitmaß“ zu bringen, mittlerweile stünden aber auch Vorwegmaßnahmen wie die Tiefgarage vor der Vollendung. KAL/Die PARTEI-Stadtrat Lüppo Cramer riet von einem Projektstopp ab, das gefährde den Fortbestand des Staatstheaters. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe