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Karlsruhe: Presseportal

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11. September 2020

Katastrophe in Moria - Mentrup: "Aufnahme jetzt ermöglichen"

Karlsruhe ist bereit, Schutzsuchende aufzunehmen/Bundesinnenminister muss Voraussetzungen schaffen/Bereitschaft bereits Anfang August der Landesregierung signalisiert

"Die Bilder von Leid und Elend der Geflüchteten aus dem niedergebrannten Lager Moria auf Lesbos können uns nicht kalt lassen. 13.000 Menschen leben auf der griechischen Insel in unbeschreiblichen Verhältnissen, ohne ausreichend Wasser, Nahrung und Schutz. Sie befinden sich in einer verzweifelten Lage, in der auch die Spannungen zwischen Bewohnern und Geflüchteten weiter steigen können. Angesichts dieser Katastrophe ist auch Karlsruhe, wie viele Kommunen in ganz Europa, bereit, ein deutliches Zeichen der Hoffnung auszusenden und Schutzsuchende bei sich aufzunehmen. Dies geht aber nur, wenn die Bundesrepublik sich zur Aufnahme bereit erklärt.  Deshalb appelliere ich an den Bundesinnenminister: Lassen Sie Karlsruhe und andere deutsche Städte helfen".

Mit seinem Appell schließt sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dem heutigen Vorstoß von zehn dieser Städte aus dem Bündnis "Städte Sicherer Häfen" an, über den die Stadt Karlsruhe nicht informiert worden war. Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hatte bereits am 26. Februar 2019 den Beitritt zu diesem Städtenetzwerk erklärt.

Anfang August 2020 hatten sich Freiburg, Rottenburg und Karlsruhe in einem gemeinsamen Schreiben auf Initiative von OB Mentrup an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewandt vor dem Hintergrund, dass die Landesregierung 50 Geflüchtete aus griechischen Auffanglagern aufnehmen wollte. "Bitte teilen Sie uns die nächsten geplanten Umsetzungsschritte des Landes mit, damit  zumindest ein Teil der Geflüchteten in den griechischen Lagern aus seiner Situation befreit wird und eine adäquate Unterbringung der Geflüchteten ermöglicht werden kann. Dieses Zeichen ist aufgrund der katastrophalen Zustände auf den griechischen Inseln dringend notwendig. Wir hoffen, dass wir so gemeinsam ein starkes humanitäres Signal setzen können", unterstrichen die Oberbürgermeister in diesem gemeinsamen Schreiben.

Die ersten beiden Bootsflüchtlinge wurden übrigens bereits im Juli 2019 Karlsruhe zugewiesen und in den Übergangsunterkünften aufgenommen.