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Karlsruhe: Presseportal

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3. April 2012

Eine große Nachfrage sorgt für Preisanstiege

Die Nachfrage nach Wohnungseigentum in Karlsruhe ist groß

Die Nachfrage nach Wohnungseigentum in Karlsruhe ist groß

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Immobilienmarktbericht 2011 des Gutachterausschusses liegt vor

Über 3.600 Kauffälle im vergangenen Jahr sind eine stattliche Anzahl, um sich einen Überblick über den Immobilienmarkt in Karlsruhe zu verschaffen. Für seinen bei Sachverständigen wie auch Laien ob seiner Aussagekraft geschätzten Immobilienmarktbericht schaut der Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten jedoch noch genauer hin. Da werden in der Geschäftsstelle die Daten für nahezu jedes Objekt nachgerechnet, da verschaffen sich die Experten vor Ort einen eigenen Eindruck. Ihre Erkenntnislage verfeinern sie zudem, indem sie sich bei den Erwerbern bebauter Immobilien per Fragebogen weitere Informationen einholen, etwa in welchem Ausbauzustand sich das Haus oder die Wohnung befindet. Als "Gegenleistung" liefert der Gutachterausschuss ein sehr exaktes Abbild vom Karlsruher Marktgeschehen.

Einen Preisanstieg um bis zu fünf Prozent hat es 2011 bei Baugrundstücken für Ein- und Zwei-Familienhäuser, Reihenhäuser sowie Mehrfamilienhäuser gegeben. Das geht aus dem aktuellen Immobilienmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss Mitte März beraten und beschlossen hat. Für ein 450 Quadratmeter großes Ein- und Zweifamilienhausgrundstück in guter Lage musste der Häuselbauer beispielsweise rund 175.000 Euro veranschlagen. In gleicher Lage lag der durchschnittliche Bodenwert für ein Reihenhausgrundstück bei 390 Euro pro Quadratmeter.

Dagegen sind die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser im Erst- und Weiterverkauf im Wesentlichen konstant geblieben. Beispiel Reihenhaus: Ein rund 30 Jahre altes Reihenhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche und einem etwa 250 Quadratmeter großen Grundstück in mittlerer Lage kostete rund 280.000 Euro. Weil das Angebot der Nachfrage hinterherhinkt, stiegen beim gebrauchten Wohnungseigentum die Preise an. Mit rund 110.000 Euro war man etwa im vergangenen Jahr für eine 75 Quadratmeter große Wohnung in mittlerer Lage, Baujahr 1975 bis 1989, dabei. Den Markt für gebrauchte Eigentumswohnungen nimmt der Gutachterausschuss als einen höchst aktiven Markt wahr. "Zwei von drei Kauffällen im Segment des Wohnungseigentums entfallen auf den Weiterverkauf von Wohnungseigentum", berichtet Ausschussvorsitzender Dr.-Ing. Michael Mürle.

Sehr gefragt seien hochwertig sanierte Gründerzeitwohnungen. Ein Grund für die Fachleute, hier näher hinzuschauen. "Wir haben bei den Vergleichsfaktoren für die Baujahre bis 1949 erstmals in modernisierte und nicht modernisierte Wohnungen unterteilt", erläutert der Geschäftsstellenleiter Wolfgang Karcher. In guter Lage klettert der Vergleichsfaktor für eine 81 bis 100 Quadratmeter große Wohnung auf 2.080 Euro pro Quadratmeter, wo die Sanierung 20 Jahre und länger zurück liegt, liegt der Preis im Schnitt bei 1.530 Euro pro Quadratmeter.

Die 2010 eingeführten Vergleichsfaktoren für bebaute Grundstücke und Eigentumswohnungen kommen in der Praxis gut an, weiß man auch im Ausschuss. Sachverständige ziehen sie als stützendes Wertermittlungsmodell hinzu, auch bei Laien oder der Finanzverwaltung, welche für die Erbschaftssteuer das Immobilienvermögen ermitteln müssen, kommt der Service gut an. Wie Vergleichsfaktoren zu verwenden sind, zeigen Anwendungshinweise - eine weitere Neuerung im aktuellen Marktbericht, die sich nicht nur in den Auswerte-Rubriken für die Immobilie selbst findet, sondern auch bei den Grundlagendaten wie Bodenpreisindexreihen oder Liegenschaftszinssätze. Auch hier wollte der Ausschuss die an sich komplexe Materie leicht verständlich machen.

Seit 1992 arbeitet die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses mit einer automatisierten Kaufpreissammlung - und hat diese seitdem für eine verbreiterte sowie vertiefte Auswertung beständig weiter entwickelt. Mittlerweile kann der Ausschuss auf einen Wissenspool zurückgreifen, der unter anderem eine Karlsruher Prognose für das erste Halbjahr 2012 ermöglicht. Bei einer allgemeinen Aufwärtsentwicklung erwarte der Gutachterausschuss in Einzelfällen stärkere Preisseigerungen, so Michael Mürle. Karlsruhe sei ein sehr attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort - und gelte in der Immobilienbrache als krisensicher. Ein Indiz dafür, dass der Markt für Immobilien leergefegt sei, liefere auch ein Blick auf Zwangsversteigerungen, die derzeit vermehrt mit Preisen über dem Marktwert weggehen würden. Auch für Wohnungsmieten konnte vom Gutachterausschuss eine deutliche Preissteigerung festgestellt werden.

Der Immobilienmarktbericht ist ab sofort im Internet unter www.karlsruhe.de/b3/bauen/gutachterausschuss zu finden. Wer die Druckausgabe des Marktberichts benötigt, bekommt diese für 40 Euro (und für 20 Euro als pdf-Datei) bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Hebelstraße 21 (Telefon: 133-3092).