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Karlsruhe: Presseportal

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11. Oktober 2017

„Fassbomben im Kopf“: Vortrag über Beratung von Menschen auf der Flucht

 

90 Jahre Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche / Integrationsbeauftragte Meri Uhlig berichtet über Situation in Karlsruhe

Neunzig Jahre und doch wie immer auf der Höhe der Zeit ist die städtische Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche. Die Jubiläums-Fachtagung am Dienstag, 17. Oktober, ab 13 Uhr im Jubez am Kronenplatz widmet sich der aktuell nach wie vor prägenden Flüchtlingsfrage. Mit Blick auf die Betroffenen und eigene Möglichkeiten, ihnen zur Seite zu stehen. Wer die Veranstaltung besuchen möchte, ist herzlich dazu eingeladen - und aufgerufen, sich unter Telefon 0721/133-5360 oder per E-Mail an pbs@sjb.karlsruhe.de anzumelden.

„Fassbomben im Kopf – Was tun? Traumazentrierte Beratung von Flüchtlingen“, ist ein Vortrag von Dr. Udo Baer (Zukunftswerkstatt Therapie kreativ in Neukirchen-Vluyn, Nordrhein-Westfalen) überschrieben. Er beschäftigt sich mit den Auswirkungen der teils traumatisierenden Erlebnisse und Leiden, die vielen Menschen vor, während und nach der Flucht aus ihren Heimatländern widerfuhren. Der Titel greift eine schreckliche Waffe auf, die vor allem die Luftwaffe des syrischen Machthabers Baschar al-Assad im zersetzenden Bürgerkrieg mehrfach auch gegen Zivilisten eingesetzt haben soll. Auch die in hiesiger Beratung wie bei anderen Hilfen zu berücksichtigenden interkulturellen Herausforderungen thematisiert der Referent.

Integrationsbeauftragte wirbt für gesellschaftliche Teilhabe
Die aktuelle Situation in Karlsruhe beleuchtet die städtische Integrationsbeauftragte Meri Uhlig. Ihr wie vielen der im Sinne eines friedlichen und konstruktiven Zusammenlebens Engagierten ist es ein besonderes Anliegen, dass alle Menschen Teil der Gesellschaft sind oder werden. Dass sie sich in Deutschland und der Fächerstadt ein Zuhause schaffen, aktiv einbringen können.

Seit sie besteht, umtreiben gesellschaftliche Umwälzungen und damit einhergehende Herausforderungen die Psychologische Beratungsstelle; vor allem hinsichtlich der Auswirkungen auf Familien. Als „Beratungsstelle für schwer erziehbare Kinder“ 1927 gegründet, hat die Einrichtung immer wieder auf einschneidende Entwicklungen und Veränderungen reagiert, wie sie die Flüchtlingswelle mit sich bringt. Längst ist Erziehungsberatung ein Angebot an Ratsuchende aus allen Bevölkerungsgruppen und unterstützt Eltern, Kinder und Jugendliche bei Erziehungsfragen wie bei der Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme.

Mit der großen Migrationsbewegung 2015 sind auch viele unbegleitete Minderjährige nach Karlsruhe gekommen, die sich in einer ihnen fremden Kultur allein zurechtfinden müssen. Noch dazu haben viele Geflüchtete etwas erlebt und durchlitten, für dessen Vergegenwärtigung und Verarbeitung sie psychologische Unterstützung benötigen. Dies muss gelingen, damit sich die jungen Menschen dann voll den hiesigen Bedingungen des Zusammenlebens und etwa ihrer Ausbildung widmen können. Eine neue Aufgabe für die Beraterinnen und Berater der Psychologischen Beratungsstelle, der sie sich in den nächsten Jahren und Dekaden gerne stellen.