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Karlsruhe: Presseportal

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24. August 2011

Frau eines früheren jüdischen Bürgers besuchte mit Familie erneut Karlsruhe

Betty Ziegler zu Besuch in Karlsruhe

Betty Ziegler zu Besuch in Karlsruhe

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Betty Ziegler von Helmut Augenstein im Rathaus empfangen

Nun ist sie noch einmal nach Karlsruhe gekommen, um Freunde zu treffen und wichtige Orte zu besuchen. Auch im Karlsruher Rathaus machte die vor Energie sprühende 83-jährige Betty Ziegler auf ihrer Deutschlandreise mit ihrer Tochter Tanja und Enkelin Phoebe kürzlich Station. Für Helmut Augenstein und Iris Kessler vom Hauptamt war die Witwe Paul Zieglers keine Unbekannte. Der im Juni 2009 gestorbene Paul hatte sich in intensivem Kontakt zum Hauptamt dafür eingesetzt, dass der jüdische Friedhof im französischen Portet, auf dem seine Mutter Jeanette liegt, wieder hergerichtet wurde.

Als 15-Jähriger war Paul Ziegler 1939 auf einem der letzten Kindertransporte den Nazis nach England entronnen. Dennoch ohne Groll gegenüber Deutschland, hatte er 1988 zusammen mit Betty die Einladung der Stadt für ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Bürger angenommen. In England hatte er nach einem Einsatz als Erntehelfer seinen, nach Dachau schon von tödlicher Tuberkulose gezeichneten Halbbruder wieder getroffen. Selbst infiziert und nach drei Jahren Krankenhaus wieder gesundet, unterstützte er 1948 in Karlsruhe die Amerikaner als Übersetzter und Dolmetscher. Aber es zog ihn für immer in das Vereinigte Königreich zurück, wo er 1949 Betty kennen lernte und in der Filmindustrie im Bereich zwischen Produktion und Endfertigung arbeitete. Betty leitete ein Unternehmen, das vor der Computerisierung Rechenmaschinen für 28 Branchen herstellte. Eine davon fand sich auch bei Hauptamtschef Helmut Augenstein in dessen Dienstzimmer.