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Karlsruhe: Presseportal

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23. Oktober 2017

Neuer Anlauf bei Gewerbeflächen

Wirtschaftsförderungsausschuss: Spannungsfeld zwischen Nachfrage und Angebot

Die Gewerbeflächensituation in Karlsruhe stand im Mittelpunkt der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses, der in der letzten Woche unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz tagte.

Bereits vor Eintritt in die Tagesordnung hatten Vertreter der „Chefrunde Wirtschaft“, in der sich Spitzen des DGB, der Wirtschaftsverbände und der Arbeitsagentur regelmäßig über aktuelle Probleme austauschen, Gelegenheit, sich zur Gewerbeflächensituation zu äußern. Dabei wurden zusätzliche Flächen für die Entwicklung bestehender Betriebe ebenso wie für Neuansiedlungen gefordert. Neben Gewerbeflächen mit guter verkehrlicher Anbindung im Osten seien für die Stadtentwicklung auch Flächen für das Service- und Dienstleistungsgewerbe notwendig.

„Die Nachfrage ist so stark angestiegen und unser Bestand so gering, dass wir in fünf bis sechs Jahren nichts mehr anbieten können“, sprach Wirtschaftsbürgermeisterin Luczak-Schwarz von einer „aufschreckenden Entwicklung“. Zwar werde stark an der Innenentwicklung von Flächen gearbeitet, der „Output“ aus diesen Maßnahmen sei aber „eher gering“. Nachdem die städtischen Gremien der vorgeschlagenen Aufwertung des Flächenportfolios bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes nicht folgten und auch die Bereitschaft der Nachbargemeinden zu interkommunalen Kooperationen eher gering sei, könnten zunehmend keine realisierbaren Flächen für Expansion und Neuansiedlungen angeboten werden.

In den letzten zehn Jahren habe die städtische Wirtschaftsförderung insgesamt 24 Firmenabwanderungen mit dem Verlust von rund 2.000 Arbeitsplätzen registriert. Weil derzeit die Nachfrage der Kreativ- und IT Unternehmen nur noch schwer bedient werde könne, sei etwa eine Weiterentwicklung des Kreativparks Alter Schlachthof in Richtung Messplatz wünschenswert, aber nicht realistisch. Im Technologiepark stünden nur noch 4 Hektar zur Verfügung und im einzigen in der Entwicklung befindlichen Gewerbegebiet „Gottesauer Feld“ verblieben ebenso nur rund 4,5 Hektar an städtischen Flächen. Einigkeit herrschte im Wirtschaftsförderungsausschuss, die Entwicklungen nochmals unter die Lupe zu nehmen.

 

Positive Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft

Wie erfolgreich Wirtschaftsförderung mit entsprechenden Flächen möglich ist, zeigte die Wirtschaftsbürgermeisterin am Kreativpark „Alter Schlachthof“ auf. Dort ist in den letzten drei Jahren die Zahl der Beschäftigten von 810 auf 1.590 angestiegen. In einer aktuellen Umfrage zeigten sich 79 Prozent der Nutzer mit den Standortaspekten zufrieden. Nachdem das Gründungszentrum Perfekt Futur vollständig ausgelastet sei, werde die Fertigstellung des Wachstums- und Festigungszentrums im Spätjahr 2018 bereits sehnsüchtig erwartet. Die insgesamt sehr gute positive Entwicklung finde auch überregional große Beachtung. Unter anderem belegte Karlsruhe im Vergleichsmonitor der EU-Kommission in Sachen Kultur- und Kreativwirtschaft den zweiten Platz der zwischen 250.000 und 500.000 Einwohnern zählenden Großstädte in Europa.

Im Rahmen der Sitzung bekam die "Pioniergarage" Gelegenheit sich vorzustellen. Sie bietet als Verein und Hochschulgruppe am Karlsruher Institut für Technology eine zentrale Plattform für gründungsinteressierte Studenten aller Hochschulen. Mit einem Gründerfonds möchte die "Pioniergarage" im nächsten Jahr einen weiteren Baustein zur Unterstützung von Gründungen schaffen.

 

Grundstücke werden verkauft  

Seine Zustimmung gab der Wirtschaftsförderungsausschuss zu einer Reihe von Grundstücksgeschäften. So wird im Gewerbegebiet Husarenlager eine 6.271 Quadratmeter große Fläche für die Erweiterung einer Maschinenbaufirma veräußert. Im Technologiepark gehen 3.360 Quadratmeter an ein dort bereits ansässiges Softwareunternehmen, ein 1.692 Quadratmeter großes Grundstück in der Wattstraße erhält ein Unternehmen zur Erweiterung und eine Fläche von 1.125 Quadratmetern im Gewerbegebiet Killisfeld wird ebenfalls an ein bereits ansässiges Unternehmen veräußert. Weiter gab der Ausschuss Empfehlungen für den Verkauf von rund 10.750 Quadratmetern im Gewerbegebiet Großoberfeld sowie für die Veräußerung von rund 3.600 Quadratmetern zuzüglich einer Option über weitere 3.500 Quadratmeter in der Zimmerstraße zur Verlagerung eines Software-Unternehmens.