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Karlsruhe: Presseportal

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22. Juni 2020

Pilotprojekt: Fehleinwürfe gingen gegen Null

Umweltausschuss diskutierte erfolgreiche AfA-"Trenndiät"

Die Stadt will die Fehleinwürfe von Papier, Pappe und Karton (PPK) in der Wertstofftonne reduzieren. Das kann funktionieren, wie ein Pilotprojekt des Amts für Abfallwirtschaft (AfA) in Rintheim zeigte. Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit sowie der Naturschutzbeirat nahmen unter Leitung von Bürgermeisterin Bettina Lisbach die Ergebnisse am 16. Juni zur Kenntnis. Die Gremien billigten einstimmig die Handlungsempfehlung, die Sensibilisierung der Bürgerschaft hinsichtlich korrekter Trennung samt möglicherweise notwendiger Konsequenzen fortzusetzen und das Projekt auch auf andere Stadtteile und Abfallarten zu übertragen.

Pilotprojekt in mehreren Stufen

Das AfA hatte, unterstützt von einer externen Firma, die 968 unterschiedlich großen Wertstoffbehälter in dem 5660 Einwohnende umfassenden, repräsentativen Stadtteil untersucht. Zunächst verteilte das Amt Informationsflyer an die 3400 Haushalte, dann bewerteten seine Mitarbeitenden – zunächst ohne Konsequenzen für die Haushalte - die Trennqualität in den Behältern. Nach oberflächlicher, aber valider Sichtung wurden Lob- und Tadelanhänger an den Tonnen angebracht und die Ergebnisse unter Beachtung des Datenschutzes digital erfasst. Zuletzt lief nochmals eine solche Bewertung an sechs aufeinanderfolgenden Sammeltagen mit anschließender Abfuhr der "getadelten" Behälter als kostenpflichtiger Sonderabfall.

Bemerkenswert war, dass im Projekt schon nach der ersten Behälterüberprüfung die PPK-Fehleinwürfe von elf auf zwei Prozent sanken. Die Sanktionierung mittels kostenpflichtiger Sonderleerung war dann nur noch bei zwei Prozent, also 19 Behältern notwendig. Danach ging die Fehlerquote gegen Null. Positiv wirkte sich dabei die separate Auswertung der Behälter von Volkswohnung und Eigentümern großer Wohnanlagen aus. Durch direkte Ansprache von Mietenden wurde eine deutlich verbesserte Mülltrennung erreicht.