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Karlsruhe: Presseportal

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14. Juli 2021

Karlsruhe beteiligt sich am Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige

 

Mahnwache mit Schirmherr OB Frank Mentrup am 21. Juli vor dem Rathaus

Der internationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige am 21. Juli hat sich in Deutschland zum größten Aktionstag im Bereich illegalen Drogenkonsums entwickelt. 1998 auf Vorschlag von Angehörigen eines Drogenopfers in Gladbeck entstanden, macht er auf die Lebenssituation und das Schicksal Drogen konsumierender Menschen aufmerksam. In diesem Jahr steht das Thema "Drogentod vermeiden – Substitutionsbehandlung individualisieren" im Fokus, zentrale Forderungen sind Behandlung ohne Krankenversicherung, niedrigschwellige Substitution, Substitution in der Drogenhilfe und Gleichstellung von Diamorphin.

Mit einer öffentlichen Gedenkstunde beteiligt sich Karlsruhe auf Initiative von AWO und Stadt erstmals am Aktionstag. Unter dem bundesweit zentralen Slogan #DuFehlst laden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Get IN, der "Anlauf- und Kontaktstelle für DrogengebraucherInnen", sowie die städtische Drogenbeauftragte Cordula Sailer Angehörige, Partner, Freunde sowie solidarische Mitbürgerinnen und Mitbürger für Mittwoch, 21. Juli, von 14 bis 17 Uhr zur gemeinsamen Mahnwache vor dem Rathaus am Marktplatz ein. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe, nehmen an der Veranstaltung teil und sprechen um 15 Uhr zum Thema.

Karlsruhe steht für menschliche und umfassende Drogenpolitik

Im Jahr 2020 wurden bundesweit 1.581 Drogentote verzeichnet. Die Botschaft hierzu aus Karlsruhe: Jeder und jede Drogentote ist einer und eine zu viel. "Karlsruhe steht für eine menschliche, umfassende Drogenpolitik und eine akzeptierende Drogenarbeit auf vielen Ebenen", erklärt dazu Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Als einzige Stadt in Baden-Württemberg habe Karlsruhe zwischen 2002 und 2005 an der Modellstudie zur heroingestützten Behandlung teilgenommen, seither werde diese Behandlungsform konsequent und erfolgreich in der AWO Ambulanz angeboten. Überdies sei im Dezember 2019 ein Drogenkonsumraum eröffnet worden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen fänden Abhängige in Karlsruhe einen Substitutionsplatz, ebenso stünde ein betreutes Wohnangebot für substituierte Menschen mit Betreuungsbedarf zur Verfügung. "Wir haben ein gut ausgebautes Hilfeangebot und viele sehr engagierte Selbsthilfegruppen. Brauchen wir trotzdem diesen Gedenktag? Ja selbstverständlich!", so Mentrup in seiner Funktion als Schirmherr der Veranstaltung in Karlsruhe.