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Karlsruhe: Presseportal

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5. September 2018

Stadt weist Kritik an Schilfmahd zurück

Burgauer Pflegemaßnahme habe bereits erste Erfolge erzielt

Die Naturschutzverwaltung der Stadt Karlsruhe weist die in der vergangenen Woche aufgekommene Kritik an der Schilfmahd im Naturschutzgebiet Burgau zurück. Die Pflegemaßnahme sei schon länger vorgesehen und in der Vergangenheit vielfach, auch mit Vertretern des NABU, besprochen worden.

Hintergründe zur sommerlichen Schilfmahd

Die zugrundeliegende Problematik sei, dass die Schilfflächen in der Burgau nur bei entsprechender Witterung gepflegt werden könnten. Um Flurschäden zu vermeiden, würde die Pflegemaßnahme üblicherweise im Winter bei entsprechend tragfähigen, gefrorenen Böden durchgeführt. Diese Winter würden in der Rheinebene jedoch immer seltener und so habe man die Arbeiten in den vergangenen Jahren nicht durchführen können, erklärte die Naturschutzverwaltung in einer Stellungnahme.

Durch die andauernde niederschlagslose und heiße Witterung im August und dem daraus resultierenden niedrigen Wasserstand wären die Flächen im betroffenen Gebiet aber weitestgehend trockengefallen und somit schadlos befahrbar gewesen. Daher habe man sich in Absprache mit dem Karlsruher Regierungspräsidium, der zuständigen höheren Naturschutzbehörde, dazu entschieden, die aktuellen Wettergegebenheiten zu nutzen und die notwendigen Pflegearbeiten umgehend umzusetzen. Auf Grund der guten Witterung sei es nicht nur möglich gewesen, das Schilf ohne Flurschäden zu mähen, sondern auch die entstandene Mahd abzutragen, um so die benötigten offenen Bereiche und Übergangsbereiche von Wasserzone zu Schilf zu schaffen.

Auswirkungen auf die Tierwelt

Die Naturschutzverwaltung wies zudem darauf hin, dass durch die randliche Schilfmahd, entgegen anderslautender Aussagen, keine negativen Auswirkungen auf die Schilfbewohner entstünden. Mitte August hätten alle schilfbrütenden Arten ihr Brutgeschäft beendet und aufgrund der anhaltend heißen Witterung sei in diesem Jahr alles "etwas früher dran", weswegen auch keine Nachbruten dieser Arten zu erwarten gewesen seien. Da nur der Randbereich gemäht wurde, bliebe zudem genügend Schilfbestand übrig, um weiterhin ausreichend Schutz zu bieten.

Da es sich bei Schilf um eine schnellwachsende Pflanzenart handele, würden weite Teile des gemähten Bereichs schnell wieder nachwachsen und durch junges Schilf ergänzt. Auch für die betroffenen Vogelarten seien die durchgeführten Maßnahmen aus Sicht der Naturschutzverwaltung förderlich, da sie vom entstandenen Strukturreichtum profitieren würden. Zur weiteren Optimierung des Lebensraumes Schilf in der Burgau sei von der Naturschutzverwaltung zudem geplant, gemähte Schneisen noch etwas zu vertiefen beziehungsweise nachzumodellieren und so kleine, langgezogene, wasserführende Bereiche zu schaffen. 

Wildschweine in der Burgau

Die hohe Wildschweinpopulation - an einem Abend seien 40 Exemplare gezählt worden - stelle eine erhebliche Beeinträchtigung des gesamten Schilfbestandes dar. Niederwild und insbesondere Bodenbrüter, wie beispielsweise die streng geschützte Rohrweihe, seien davon betroffen. Des Weiteren zerstörten Wildschweine das Schilf beziehungsweise die an das Schilf angrenzenden ökologisch hochwertigen Wiesen.

Die Förderung der Schwarzwildbejagung in der Burgau sei damit ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Biodiversität, so die Karlsruher Naturschutzverwaltung. Sie diene zudem der Wildseuchenprävention gegen die Afrikanische Schweinepest. Aus diesem Grund empfehle das Land Baden-Württemberg eine deutliche Reduzierung der Wildschweinpopulation. In diesem Bereich zeige die Pflegemaßnahme bereits erste Erfolge. Neun Wildsauen seien geschossen worden, fünf davon auf genau den Schneisen, die Kritiker für nicht geeignet hielten, unterstrich die Naturschutzverwaltung.

Pflegemaßnahmen förderlich

Aus Sicht der Naturschutzverwaltung sind daher die angeführten Argumente der Kritiker nicht zutreffend. Es wurde kein Schlag gegen den Artenreichtum in der Burgau praktiziert, sondern vielmehr eine umsichtige Pflegemaßnahme mit einer biodiversitätsfördernden Wirkung umgesetzt. Diese erfolgte zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung des Schutzgebietes.