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Karlsruhe: Presseportal

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30. Mai 2011

Stadträtinnen und Stadträte informieren sich über den Wald

 

Themen Jahre des Waldes, Nachhaltigkeit und Sicherheit

Das Jahr 2011 ist das von den Vereinten Nationen ausgerufene "Internationale Jahr der Wälder". Auch in Karlsruhe gibt es dazu eine ganze Reihe verschiedener Veranstaltungen (www.waldpaedagogik-karlsruhe.de). Über diese Kampagne und den Zustand des Stadtwaldes informierte sich der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen unter Leitung von Erster Bürgermeisterin Margret Mergen bei seiner alljährlichen Waldbegehung. Ort war diesmal der Oberreuter Hardtwald im Südwesten der Stadt. Die städtischen Förster zeigten den Mitgliedern des Ausschusses und den mit eingeladenen Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit und des Naturschutzbeirates, wie sie für natürliche - und auch gepflanzte - Verjüngung des Stadtwaldes sorgen und wie sie den Wald nachhaltig nutzen. Der Begriff "Nachhaltigkeit", der derzeit in aller Munde ist, stammt aus der Forstwirtschaft. Bereits seit 300 Jahren handeln die Forstleute nach diesem Grundsatz und ernten nur so viel Holz, wie auch wieder nachwächst. Als anschauliches Beispiel für das Wuchspotenzial des Karlsruher Stadtwaldes rechnete Mergen vor, dass aus den in Wäldern um die Fächerstadt wachsenden Holz täglich die Pyramide auf dem Marktplatz gebaut werden könnte.

Manche Stellen, an denen der Orkan Lothar an Weihnachten 1999 viele Bäume umgerissen hat, überließen die Forstleute seinerzeit der Natur. Jetzt aber müssen sie dort steuernd eingreifen, weil ein aus Amerika stammender Baum bei dieser natürlichen Verjüngung die Oberhand erlangt hat und heimischen Bäumen kaum eine Chance lässt: Die "spätblühende Traubenkirsche". Sie wurde einstmals eingeführt, um in eintönigen Nadelwäldern auch schnell wieder Laubbäume wachsen zu lassen. Die Förster sind nun dabei, die Traubenkirsche abzusägen und wieder nutzbare Baumarten wie Buche, Eiche, Roteiche oder Douglasie anzupflanzen.

Beeindruckt waren die Ausschussmitglieder von Vorführungen städtischer Forstwirte. Ein Forstwirt, der eine Zusatzausbildung als Baumkletterer absolviert hat, kletterte "wie ein Eichhörnchen" (so die Erste Bürgermeisterin) an einem Kiefernstamm empor, um in luftiger Höhe das Seil anbringen zu können, mit dessen Hilfe dieser Baum dann mit einer Seilwinde am stadteigenen Spezialtraktor möglichst ohne Beschädigung gefällt werden könnte. Die Schleuder, die ein weiterer Forstwirt bediente, hat vor allem an verzweigten Laubbäumen Ähnliches zum Ziel. Mit diesen und anderen modernen Techniken ist die Sicherheit bei der Arbeit der Forstwirte vor allem bei der Fällung von Gefahrbäumen an Straßen gewachsen. Noch immer gehört diese Berufsgruppe zu den am meisten von Unfällen Bedrohten. Zur Vermeidung von Unfällen hat die Forstverwaltung im letzten Jahr die vorgeschriebene "Gefährdungsbeurteilung Forst" erstellt.

Neben den hohen Sicherheitsanforderungen bei der Waldarbeit wurden auch die steigenden Anforderungen in Sachen Verkehrssicherungspflicht an den Waldbesitzer thematisiert. Die Förster müssen etwa an Straßen, an Bahnlinien, an Hochspannungsleitungen oder auf Waldspielplätzen dafür sorgen, dass von den Bäumen keine Gefährdungen ausgehen. Erste Bürgermeisterin und die Ausschussmitglieder bedankten sich für die gute Arbeit der Forstverwaltung

Umfassende Informationen zum Internationalen Jahr des Waldes gibt es unter www.wald2011.de. Einladungsflyer zum Waldtag am Sonntag, dem 17. Juli unter dem Motto "stadtnah Wald erleben", liegen ab dieser Woche an den Pforten der Rathäuser aus.